Wirtschaft
Geologen wissen: Kupfer und Gold liegen oft nahe beieinander.
Geologen wissen: Kupfer und Gold liegen oft nahe beieinander.(Foto: REUTERS)

Zwischen Jobs, Nachfrage und Dollar: Rohstoffe geraten in Bewegung

Über den Umweg der Konjunkturaussichten und der Deviseneffekte wirken die Arbeitsmarktdaten aus den USA bis hinein in den Rohstoffhandel: Gold und Kupfer geben kräftig nach, Rohöl legt dagegen deutlich zu.

Die unerwartet starken Daten aus dem US-Arbeitsmarkt haben die Metallpreise vor dem Wochenende auf Talfahrt geschickt. Gold verbilligte sich um 2,8 Prozent auf 1212,50 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Kupfer verlor in der Spitze mehr als 3 Prozent auf 6730,50 Dollar je Tonne.

Beide Metalle litten Rohstoffhandelsexperten zufolge vor allem unter dem steigenden Dollar. Dieser macht sie für Investoren außerhalb der USA teurer. Die US-Daten schürten Spekulationen auf eine baldige Straffung der US-Geldpolitik und verhalfen damit dem Dollar-Index, der den Wechselkurs zum Euro und anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, zu einem Drei-Jahres-Hoch von 84,53 Punkten. Da die US-Konjunktur gerade Fahrt aufnehme, sei für die Weltleitwährung noch Luft nach oben, betonte Natixis-Analyst Nic Brown.

Bei Kupfer komme als zusätzlicher Belastungsfaktor die schwächelnde Konjunktur in China hinzu, sagte sein Kollege Edward Meir vom Finanzdienstleister INTL FCStone. Das Land ist der weltgrößte Verbraucher dieses Industriemetalls. Massenentlassungen in der Schiffbaubranche hatten zuletzt die Sorge vor massiven wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der nachlassenden Konjunkturdynamik geschürt.

Auf die konjunkturellen Perspektiven am US-Arbeitsmarkt reagierten die Ölpreise dagegen mit leichten Aufschlägen: Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete am Nachmittag 106,70 Dollar. Das waren 140 Cent mehr als am Vorabend. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 88 Cent zu auf 101,91 Dollar.

Die Lage in Ägypten trat trotz der jüngsten Ausschreitungen in den Hintergrund. Stärker diskutiert wurden dagegen die Job-Daten, denen große Bedeutung für die US-Geldpolitik beigemessen wird. Die anhaltend moderate spricht dafür, dass die Notenbank Federal Reserve (Fed) ihre Wertpapierkäufe bereits im laufenden Jahr herunterschraubt und damit den "Exit" aus ihren Konjunkturhilfen einleiten wird.

Für den Ölmarkt wäre das ein zweischneidiges Schwert: Einerseits dürfte weniger Liquidität die Preise belasten, heißt es. Andererseits spräche die erwartete Konjunkturerholung für eine höhere Ölnachfrage.

Quelle: n-tv.de

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