Wirtschaft

Von Rekord zu Rekord: Rohstoffpreise im Höhenrausch

Die Preise für Industriemetalle wie Kupfer, Zinn und Nickel kennen derzeit nur eine Richtung: Sie eilen von einem Hoch zum nächsten. Auch Öl verteuert sich wieder. Und zu allem Überfluss wird durch die Kälte-Welle in den USA das Angebot von Mais und Weizen verknappt.

Grundnahrungsmittel Weizen: Eine Angebotsverknappung lässt die Preise steigen.
Grundnahrungsmittel Weizen: Eine Angebotsverknappung lässt die Preise steigen.(Foto: REUTERS)

Die Verunsicherung über die politische Lage in Ägypten und die anhaltende Erholung der Weltwirtschaft haben an den Rohstoffmärkten für deutliche Kursgewinne gesorgt. Kupfer verteuerte sich an der London Metal Exchange um rund ein Prozent auf ein Rekordhoch von 10.152 Dollar je Tonne. Zinn kletterte um 0,5 Prozent auf ein Rekordhoch von 31.350 Dollar und Nickel legte um 1,3 Prozent auf 28.710 Dollar zu je Tonne.

Weltweit seien die jüngsten Konjunkturdaten überwiegend positiv ausgefallen, und wegen der lockeren Geldpolitik vieler Zentralbanken gebe es auch genug Liquidität am Markt, sagt Joel Crane, Analyst bei Morgan Stanley.

Gold wiederum bewegte sich kaum vom Fleck. Das Edelmetall kostete mit 1347 Dollar je Feinunze nahezu so viel wie im späten Freitagsgeschäft. Damit liegt der Goldpreis weiter deutlich unter seinem Rekordhoch von 1430 Dollar vom Dezember. "Der Risikoappetit der Investoren ist derzeit groß, daher ist Gold als sicherer Anlagehafen weniger gefragt", sagte Ong Yi Ling, Investment-Analyst bei Phillip Futures.

Silber konnte dagegen am Montag zulegen und verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 29,24 Dollar. Nachfolgend die Londoner Vormittagsfixings der wichtigsten Edelm

Ölpreis marschiert wieder

Die Verunsicherung über die politische Entwicklung Ägyptens lässt den Brentpreis wieder über 100 Dollar je Barrel steigen. Ein Fass des Nordseeöls verteuerte sich um 0,8 Prozent auf 100,61 Dollar. Am Freitag war Brent nach schwächer als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten um knapp zwei Prozent gefallen. WTI wurde mit 89,40 Dollar 0,4 Prozent höher gehandelt.

Die Lage in Ägypten sei weiterhin mit vielen Fragezeichen versehen, sagt Öl-Analyst Christophe Barret von Credit Agricole. "Wir wissen nicht, was passieren wird und die Angst, dass die Unruhen auch auf andere Staaten in der Region überspringen könnten, ist tief im Markt verankert."

Knappes Angebot verteuert Weizen und Mais

Eine Kälte-Welle in den Hauptanbaugebieten der USA und größere Bestellungen aus Ägypten und anderen Staaten haben den Preis für Weizen zu Beginn der neuen Woche in die Höhe getrieben. Der US-Future verteuerte sich um bis zu 1,8 Prozent auf 8,695 Dollar je Scheffel. Die ägyptische Order dämpfe Befürchtungen, dass die dortigen Unruhen zu logistischen Problemen führten, sagte Rohstoff-Experte Brett Cooper von FCStone Australia. Das nordafrikanische Land ist der weltgrößte Weizen-Importeur.

Das knappe Angebot und die steigende Nachfrage verteuerten auch Mais. Der März-Future markierte mit 6,8175 Dollar je Scheffel ein 30-Monats-Hoch. Sojabohnen zogen um bis zu 0,7 Prozent auf 14,4375 Dollar je Scheffel an.

Palmöl etwas billiger

Gewinnmitnahmen führten nach Ansicht von Beobachter dagegen bei den Preisen für Palmöl zu einer Entspannung. Der in Kuala Lumpur gehandelte Terminkontrakt auf dieses als Lebensmittel und Bio-Kraftstoff verwendete Pflanzenfett verbilligte sich um 0,5 Prozent auf 3874 Ringgit (936 Euro) je Tonne, nachdem er zunächst mit 3915 Ringgit ein Drei-Jahres-Hoch markiert hatte.

Die aktuellen Wetter-Kapriolen in den Anbaugebieten Südost-Asiens sorgten aber weiter für Verunsicherung, betonten Börsianer. Die durch heftige Regenfälle ausgelösten Verzögerungen bei der Palmöl-Ernte hatten den Preis in der vergangenen Woche in die Höhe getrieben.

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Quelle: n-tv.de

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