Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Rekordjagd im Sog der US-Börsen: Schnäppchenjäger heizen Nikkei ein

Die Rekordstände an der Wall Street sorgen auch in Japan für reichlich Rückenwind. Ein schwächerer Yen beflügelt die Exporttitel. Auch an den anderen Asien-Börsen geht es aufwärts.

Neue Höchststände an der Wall Street haben die Börsen in Asien beflügelt. Sowohl der Dow-Jones-Index als auch der S&P-500 hatten am Montag auf Rekordhochs geschlossen, wobei diesmal auch die zuletzt oft gebeutelten Technologieaktien und Papiere aus der zweiten und dritten Reihe wieder kräftigere Gewinne verzeichneten.

Etwas in den Hintergrund gerückt ist an den Finanzmärkten die Angst vor einer Gewalteskalation in der Ostukraine, zumal die Regierung in Kiew offenbar auf Gespräche mit den Separatisten über Verfassungsreformen setzt und die OSZE-Vermittlungsversuche Unterstützung von Russland zu erhalten scheinen.

Am stärksten legte der Nikkei-Index in Tokio zu, um fast 2 Prozent auf 14.425 Punkte. Er wurde getrieben von Schnäppchenkäufen nach der zuletzt eher mauen Entwicklung und einigen gut ausgefallenen Unternehmensergebnissen. Zusätzlicher Rückenwind kam vom Devisenmarkt. Dort gab der Yen nach, was günstig für die Exportaussichten japanischer Unternehmen ist. Der Dollar kostete zuletzt 102,28 Yen, verglichen mit knapp 101,90 am Vortag. Händlern zufolge sorgte die auch international verbesserte Stimmung dafür, dass die Krisenwährung Yen weniger gefragt war. Ähnliches galt für den sicheren Hafen Gold. Der Preis der Feinunze verharrte im Bereich um 1.290 Dollar. Der breiter gefasste Topix-Index stieg 1,8 Prozent auf 1178 Zähler.

Die chinesischen Börsen hinkten nach ihren kräftigen Vortagesgewinnen von Beginn an hinterher. Für einen kleinen Dämpfer sorgten neue Wirtschaftsdaten aus China. Sowohl die Industrieproduktion als auch die Einzelhandelsumsätze legten im April weniger stark zu als von Experten erwartet. Nach Einschätzung von UBS-Ökonomin Wang Tao belegen die Zahlen, dass die jüngsten "Mini-Maßnahmen" Pekings zur Ankurbelung der Konjunktur noch nicht durchgeschlagen haben. Für Nomura-Analyst Zhang Zhiwei nimmt damit der Druck auf eine lockerere Geldpolitik in China zu.

Rekordjagd in Mumbai

Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,7 Prozent. Deutlich aufwärts ging es auch an der indischen Börse, die 1,8 Prozent anzog. Die Anleger hoffen auf einen Regierungswechsel, der eine wirtschaftsfreundlichere Politik bringen könnte. Nach Abschluss der fünfwöchigen Parlamentswahl hat der hindu-nationalistische Herausforderer Narendra Modi Nachwahlbefragungen zufolge seine Favoritenrolle zementiert.

Zu den Tagesfavoriten in Tokio gehörten Sharp. Erstmals seit drei Jahren schrieb das Technologieunternehmen im Geschäftsjahr 2013 wieder schwarze Zahlen. Auch der Ausblick kam gut an. Der Sharp-Kurs legte um 5 Prozent zu. Nissan Motor profitierten ebenfalls von gut ausgefallenen Geschäftszahlen und gewannen ebenso 5 Prozent. In ihrem Sog stiegen auch Honda und Toyota überdurchschnittlich.

Kräftige Kursgewinne nach Vorlage von Geschäftszahlen wiesen auch Mitsui Fudosan und Isuzu Motors auf. Bei Bank of Yokohama sorgte die Ankündigung eines Aktienrückkaufs für Käufe. Zu den Verlierern gehörten Hitachi. Sie büßten fast 3 Prozent ein, nachdem der Industriekonzern einen Nettogewinnrückgang angekündigt hatte.

Generell aufwärts ging es angesichts des nachgebenden Yen mit Aktien exportsensitiver Unternehmen wie Panasonic, Fujitsu und TDK. Auch Sony legten am Tag vor der Ergebnisbekanntgabe zu.

In Seoul zog der Samsung-Kurs um weitere 0,9 Prozent an. Am Montag war er deutlich gestiegen, nachdem die schwere Erkrankung des Unternehmenschefs Spekulationen über eine Beschleunigung des Transformationsprozesses bei dem Technologieschwergewicht geschürt hatte.

In Sydney waren Rohstofftitel gesucht, nachdem der Kupferpreis auf ein Zweimonatshoch gestiegen war und auch der Nickelpreis deutlich zulegte. Gleichwohl kamen die Preise nach den Konjunkturdaten des wichtigen Kupferimporteurs China etwas zurück. Für Aufsehen sorgte der Kurs von PanAust Limited. Er explodierte geradezu um gut 34 Prozent. Der Kupfer- und Goldminenbetreiber hatte ein Übernahmeangebot von Guangdong Rising Assets Management erhalten, dies aber als zu niedrig zurückgewiesen.

Quelle: n-tv.de

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