Wirtschaft
Die Anleger halten sich in Tokio bedeckt.
Die Anleger halten sich in Tokio bedeckt.(Foto: dpa)

China freut sich über Konjunktur: Starker Yen bremst Nikkei

Gute Inflationsdaten plus eine stärkere Industrieproduktion holen in Schanghai den Index in letzter Minute aus dem Minus. In Tokio hält der starke Yen die Anleger fern. Auf Unternehmensseite fallen Nikon tief. Nach einem Gewinneinbruch reagiert der Markt verschreckt.

Ein drastischer Gewinneinbruch lässt die Aktien des japanischen Kameraherstellers Nikon am Freitag abstürzen. Die Titel verlieren an der Tokioter Börse mehr als 14 Prozent, nachdem Nikon für das erste Geschäftsquartal einen um 72 Prozent niedrigeren Gewinn als im Vorjahr gemeldet hat. Das Unternehmen hat sich daher bescheidenere Ertragsziele setzen müssen und den Ausblick für den Gewinn um 23 Prozent und für den Umsatz um 6 Prozent gesenkt. "Wir rechnen mit einem weiter harten Geschäftsumfeld", warnte Junichi Ito, Finanzchef des weltweit zweitgrößten Herstellers digitaler Kameras.

Im Sog von Nikon verlieren die Aktien von Olympus zwei Prozent. Der Nikon-Konkurrent hatte nach Handelsschluss am Donnerstag mitgeteilt, im abgelaufenen Quartal den Verlust deutlich verringert zu haben. Gleichwohl hatten einige Analysten ein noch besseres Ergebnis erwartet

Ansonsten sind China und seine Wirtschaft zentrales Thema an den ostasiatischen Finanzmärkten. Nachdem schon die Handelsbilanz am Donnerstag auf eine Erholung der chinesischen Wirtschaft hingedeutet hat, haben die Daten zu den Verbraucher- und Erzeugerpreisen Inflationsängste zerstreut. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 2,7 Prozent. Damit liegt der Anstieg der Preise noch deutlich unter dem Ziel der Regierung von rund 3,5 Prozent für dieses Jahr. Analysten hatten mit 2,8 Prozent gerechnet. Auch von der Industrie kommen freundliche Signale, die chinesischen Firmen haben im Juli ihre Produktion stärker ausgeweitet als erwartet. Der Ausstoß kletterte nach den amtlichen Zahlen um 9,7 Prozent und überraschte damit die Märkte, die nur 9,0 Prozent erwartet hatten.

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Nachdem die Begeisterung über die Inflationsdaten überraschend schnell verflogen ist, geben die Industriedaten dem Shanghai-Composite-Index den nötigen Schubs. Das Börsenbarometer steigt um 0,4 Prozent auf 2052 Zähler. In Tokio lässt der weiter starke Yen keine Kaufstimmung aufkommen. Der Nikkei-225-Index verharrt bei 13.615 Punkten. Mit rund 96,50 Yen pro US-Dollar zeigt sich die japanische Landeswährung noch immer sehr fest, wenngleich am Donnerstag für einen Dollar zeitweise sogar weniger als 96 Yen gezahlt werden mussten.

An der Börse in Sydney nehmen die Anleger Gewinne mit. Der S&P/ASX-200 gibt um 0,2 Prozent nach. Allerdings profitiert der Australische Dollar nach wie vor von den guten chinesischen Handelsbilanzdaten vom Vortag. China ist wichtigster Handelspartner Australiens und größter Abnehmer seiner Rohstoffe. Der Aussie hält sich knapp über der Marke von 0,9100 US-Dollar, die er am Donnerstag zurückerobert hat. Die Aktien der Bergbaukonzerne Rio Tinto und BHP steigen in Sydney gegen den Trend um 1,3 und 1,8 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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