Wirtschaft
Nach dem Zins-Coup von EZB-Chef Mario Draghi sinkt der Euro.
Nach dem Zins-Coup von EZB-Chef Mario Draghi sinkt der Euro.(Foto: picture alliance / dpa)

Zins-Schock: Super-Mario drückt den Euro

EZB-Chef Mario Draghi erwischt die Märkte auf dem falschen Fuß: Mit einer weiteren Zinssenkung hatte kaum jemand gerechnet. Die Aktienhändler freut's, doch der Euro bekommt die Überraschung zu spüren.

Nach der überraschenden Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) trennen sich Anleger vom Euro. Die Währungshüter hatten den Leitzins von seinem Rekordtief von 0,15 Prozent noch weiter auf nur noch 0,05 Prozent gesenkt. Die Reaktionen sind heftig. Der Euro gibt von über 1,3130 auf 1,3027 US-Dollar nach.

Zeitweilig rutschte die Gemeinschaftswährung sogar unter die Marke von 1,30 Dollar. Mit 1,2997 Dollar notierte der Euro so niedrig wie zuletzt im Juli vorigen Jahres. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sinkt auf 0,959 von zuvor 0,963 Prozent.

Der US-Dollar verliert dagegen zum Yen im fernöstlich geprägten Handel weiter an Boden. Die US-Währung notierte zum Yen nur noch mit 104,92 Yen, nachdem sie am Mittwoch ein Achtmonatshoch bei 105,31 Yen markiert hatte.

Schweizer Nationalbank gefordert

Falls die Beschlüsse der EZB neuen Aufwertungsdruck für den Schweizer Franken bewirken, kommt die Schweizer Nationalbank (SNB) in Zugzwang. Sie müsste sich auf den Kauf von Euro am Devisenmarkt vorbereiten, um die seit 2011 bestehende Euro-Untergrenze von 1,20 Franken zu verteidigen. Weit weg davon ist der Euro nicht: Am Mittwochabend notierte er bei 1,2070 Franken. In der vergangenen Woche sank der Kurs zeitweise auf 1,2049 Franken und damit den tiefsten Stand seit November 2012.

Der Mindestkurs sei absolut zentral, hatte SNB-Chef Thomas Jordan erst am Wochenende bekräftigt. "Eine Aufwertung des Frankens würde zu erneuter Deflationsgefahr führen", sagte er in einem Interview. Ein stark sinkendes Preisniveau fürchtet die SNB genauso wie die EZB. Seit 2012 gehen die Verbraucherpreise in der Schweiz ohnehin leicht zurück.

Quelle: n-tv.de

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