Wirtschaft
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Fed treibt asiatische Aktien: Tokio, Shanghai und Sydney im Plus

Kauflaune kehrt an der Tokioter Börse zurück: Die Aussagen der US-Notenbank Fed stärken den Dollar und schwächen den Yen. Das ist gut für Aktien von exportorientierten japanischen Unternehmen. Die anderen asiatischen Börsen ziehen nach.

Die Börsen in Tokio, Schanghai und Sydney haben klar im Plus geschlossen. In Japan half vor allem der starke Dollar, getrieben von Aussagen der US-Notenbank am Vortag. An den anderen Börsenplätzen waren es eher lokale Faktoren, die über Auf und Ab entscheiden. In Seoul fiel die Aktie von Samsung mit einem kräftigen Plus auf.

Die mit Spannung erwarteten Aussagen der US-Notenbank vom Vortag fielen eher in Richtung einer "harten" Geldpolitik aus. Dass die Fed das Quantitative Easing - den Kauf von Anleihen - beendet, war keine Überraschung. Doch erstmals wies sie explizit darauf hin, dass die Zinsen schneller steigen könnten als die Märkte gegenwärtig erwarten, sollte die Wirtschaft kräftiger wachsen als bislang angenommen.

In Seoul verteuerte sich die Aktie des Technologie-Giganten Samsung Electronics um 3,6 Prozent. Dabei ist der Gewinn des weltgrößten Smartphone-Herstellers im dritten Quartal um fast die Hälfte eingebrochen. Der Absatz leidet unter den günstigen Angeboten der Wettbewerber vor allem aus China. Teilnehmer erinnerten aber daran, dass die Aktie von ihrem Hoch im Juni bereits 22 Prozent abgegeben hat. Im Übrigen lag der operative Gewinn mit gut 4 Billionen Won im Rahmen der Analystenschätzungen.

Am japanischen Markt stützte der kräftig gestiegene Dollar, der mit den Aussagen der Fed gegen die übrigen Währungen Terrain gewann. Der Greenback kletterte über 109 Yen und notierte damit rund 1 Yen fester als am Mittwoch.

Daneben sorgten auch positive Überraschungen bei Einzelunternehmen für Kauflaune. Keyence verteuerten sich um 5,8 Prozent, nachdem der Spezialist für Automatisierungstechnik im ersten Halbjahr besser abgeschnitten hat als erwartet.

Die Aktien des Spieleherstellers Nintendo stiegen im Verlauf um bis zu 7,8 Prozent, die Aktie schloss aber mit einem Plus von nur noch 1 Prozent. Zunächst stützte der Nettogewinn, der rund viermal so hoch ausfiel wie von Analysten erwartet. Später sorgte die Ankündigung eines neuen Produkts für wenig Begeisterung. Nintendo will ein Gerät entwickeln, das die Qualität des menschlichen Schlafs misst. Analysten zeigten sich skeptisch, weil sich Nintendo damit weit vom Kerngeschäft entfernt.

Die Titel des schwer gewichteten Technologiekonzerns Softbank liefen mit einer Reihe freundlicher Analystenstimmen 3,1 Prozent nach oben. Nomura, Deutsche Bank und Goldman Sachs haben die Beobachtung der Aktie mit Kaufempfehlungen aufgenommen. Unter anderem wird auf die gute Wachstumsperspektive des chinesischen Online-Einzelhändlers Alibaba hingewiesen, an dem Softbank beteiligt ist.

Nomura zieht bereits eine erste Bilanz der japanischen Berichtssaison, und die liest sich sehr gut. Von den beobachteten 59 Unternehmen, die schon Zahlen vorgelegt haben, hätten 40 Prozent die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr angehoben, nur 8 Prozent dagegen gesenkt. Ein Grund sei der unerwartet schwache Yen, denn viele Unternehmen hätten den Dollar lediglich um 100 Yen gesehen. Zuversichtlich stimmen auch die Mittelflüsse von Fonds. Ein Händler sagte, ausländische Hedgefonds hätten Nettolong-Positionen substanziell aufgestockt: "Dies könnte einen kurzfristig weiter steigenden Markt signalisieren."

In Schanghai schloss der Markt mit plus 0,8 Prozent nahe einem 20-Monats-Hoch. Anleger wählten Aktien, die von neuen Investitionen Pekings profitieren könnten. So gab es grünes Licht für 64 Eisenbahnprojekte. China Railway Group erreichten das maximale Tagesplus von 10 Prozent, China Railway Construction gewannen 7,7 Prozent. Der Markt in Hongkong schloss dagegen im Minus, nachdem es an zwei Tagen in Folge kräftig aufwärts gegangen war. Die Aktien von China National Offshore Oil fielen in Hongkong um 6,2 Prozent, Folge des fallenden Ölpreises.

Der australische Markt schloss nach einem verhaltenen Start 0,5 Prozent im Plus. Vor allem die festen Bankenwerte trieben den Leitindex und glichen die Schwäche bei den Minenwerten aus. Aktien der National Australia Bank gewannen 0,8 Prozent. Die Quartalsergebnisse entsprachen den Prognosen, zudem will die Bank ihr angeschlagenes Geschäft in Großbritannien aufgeben, um sich auf Australien und Neuseeland zu konzentrieren. Die anderen Bankenwerte stiegen zwischen 0,7 und 1 Prozent. Auch die Aktien der Versicherer wurden gekauft.

Am Goldmarkt wurden die Aussagen der US-Notenbank in Richtung einer strafferen Geldpolitik interpretiert. Zudem drückte der starke Dollar. Die Feinunze ist auf 1.204 Dollar zurückgefallen, während sie vor den Fed-Aussagen noch um 1.225 Dollar notierte.

Quelle: n-tv.de

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