Wirtschaft
Für All Nippon Airways (ANA) ist das Dreamliner-Startverbot ein herber Schlag: Der Erstkunde setzt den Flieger auch zur Imagewerbung ein.
Für All Nippon Airways (ANA) ist das Dreamliner-Startverbot ein herber Schlag: Der Erstkunde setzt den Flieger auch zur Imagewerbung ein.(Foto: REUTERS)

"Kurzfristige Korrektur": Tokio schließt gehemmt

Chinesische Konjunkturdaten und das Dreamliner-Startverbot überschatten den Donnerstagshandel am japanischen Aktienmarkt. Die Aussichten auf einen schwächeren Yen wecken neue Hoffnung.

Einen Tag vor Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten aus China haben sich die Anleger an den asiatischen Leitbörsen zurückgehalten.

Das Wachstum in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft dürfte zwar im vierten Quartal 2012 wieder etwas an Fahrt gewonnen haben, aber die Zeit der starken Zuwächse von mehr als zehn Prozent ist nach Ansicht von Experten vorbei. Die Investoren müssten sich nun daran gewöhnen, dass die Wirtschaftsleistung in den fernöstlichen Land nun nur noch um sieben bis acht Prozent jährlich zulegen könne, sagte Philip Poole, Chefstratege bei HSBC Global Asset Management. Beobachtern zufolge dämpften diese Aussichten die Stimmung der Investoren: Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gab 0,2 Prozent nach.

In Tokio gingen die Anleger mit geringen Veränderungen in den Feierabend: Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zum Handelsende mit plus 9,20 Punkten oder 0,09 Prozent und einem Stand von 10.609,64 Punkten knapp im Plus. Der breit gefasste Topix verbesserte sich leicht um 2,35 Punkte oder 0,26 Prozent auf den Stand von 890,46 Zählern.

"Die Schwäche der asiatischen Märkte war eine Belastung", sagte ein Fondsmanager. Gestützt wurde die Stimmung im japanischen Aktienhandel jedoch vom wieder schwächeren Yen, der Exportwerten zugutekam. "Ich denke, wir erleben eine kurzfristige Korrektur. Einige rechnen mit besseren Bilanzen wegen des schwächeren Yen - wenn auch nicht für das abgelaufene Quartal", sagte Investmentmanager Shigeo Mito von der Mitsui Trust Group.

Händler gehen nicht davon aus, dass die japanische Währung bald wieder nennenswerte Kursgewinne zum Dollar verzeichnet. Grund ist die Geldpolitik der japanischen Notenbank, die einen sehr lockeren Kurs fährt, um dem Japan aus einer viele Jahre anhaltenden Deflation zu helfen und das Wachstum zu stärken.

Sharp-Aktien ziehen scharf an

Bei den Einzelwerten stand Sharp im Fokus. Die Aktie sprang zeitweise mehr als 10 Prozent in die Höhe und beendeten den Handelstag schließlich 7,3 Prozent im Plus. Kreisen zufolge ist der Elektronikkonzern mit Lenovo in fortgeschrittenen Gesprächen über den Verkauf einer Fernseherfabrik in China. Auch Sony gehörte zu den Gewinnern mit einem Plus von 5,7 Prozent. Goldman hat das Unternehmen auf "neutral" von "kaufen" hochgestuft.

Nach den Vortagesverlusten fanden sich weitere Exportwerte auf der Käuferliste, darunter Honda Motor mit Aufschlägen von gut 1 Prozent. Bis zum Abend (Ortszeit Tokio) legten die Aktien von Toyota 1,3 Prozent zu, die Papiere von Canon gewannen 0,2 Prozent.

Die Pannenserie bei Boeings Dreamliner belastete die Börse dagegen erneut. Unter Druck standen die Zulieferer des US-Flugzeugbauers. Die Aktien von Fuji Heavy Industries gaben 1,2 Prozent nach. Für GS Yuasa und Mitsubishi Heavy ging es ebenfalls nach unten. Die Maschinen vom Typ 787 müssen nach einer Notlandung wegen defekter Batterien in Japan, Europa, Indien und den USA am Boden bleiben. Unklar ist, wann die Maschinen wieder abheben dürfen.

Die Aktien von All Nippon Airways (ANA), die als Erstkunde von Boeing sowohl weite Teile der eigenen Imagewerbung als auch den Flottenbetrieb auf den Dreamliner-Modellen aufbaut, gaben 0,5 Prozent nach.

Deutliche Verluste verbuchten auch die Börsen in China. Anleger nahmen Gewinne mit und hielten sich vor der Veröffentlichung des chinesischen Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal und der Industrieproduktion im Dezember am Freitag mit Käufen zurück. In Shanghai tendierte der Aktienmarkt knapp ein Prozent schwächer, in Hongkong rund 0,2 Prozent. Nur die Börse in Australien lag im Plus.

Quelle: n-tv.de

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