Wirtschaft
Die US-Börsen beginnen leichter.
Die US-Börsen beginnen leichter.(Foto: REUTERS)

Berichtssaison läuft an, Finanzstreit dauert an: US-Anleger bekommen kalte Füße

Der US-Haushalts- und Schuldenstreit kocht wieder hoch. Schuld sind die Republikaner. Einen weiteren negativen Impuls liefert die an Fahrt gewinnende Quartalsberichtssaison. Die Citigroup bereitet da Bauchschmerzen.

Eine enttäuschende Quartalsbilanz der Citigroup und der anhaltende Etatstreit haben am Dienstag die New Yorker Börsen belastet. Die Flaute im Anleihehandel schmälerte den Gewinn der drittgrößten US-Bank unerwartet deutlich. Der US-Senat setzte im späten Geschäft an der Wall Street die Verhandlungen im Haushaltsstreit aus. Diese Nachricht nahmen die Börsianer zum Anlass, verstärkt Aktien abzustoßen.

Der Dow-Jones-Index schloss 0,9 Prozent tiefer auf 15.168 Punkten. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 15.161 und 15.301 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,7 Prozent auf 1698 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,6 Prozent auf 3794 Punkte. In Deutschland hatte der Dax auf einem Allzeithoch geschlossen.

Kehrtwende im US-Finanzstreit

Im US-Finanzstreit ist indes Pokern bis zur letzten Minute angesagt. Falls sich Präsident Barack Obama und die Republikaner bis Mittwoch 24:00 Uhr Ortszeit (Donnerstag 06:00 Uhr MESZ) nicht einigen, droht der weltgrößten Volkswirtschaft in Kürze die Zahlungsunfähigkeit. Doch die Lage ist verfahren. Sollte bis zum Stichtag 17. Oktober die Schuldengrenze von 16,7 Billionen Dollar nicht erhöht werden, dürfen die USA kein neues Geld aufnehmen. Experten fürchten in einem solchen Fall schwere Verwerfungen auf den Weltfinanzmärkten. Am Dienstag drohte eine Rückfall, denn die Republikaner im Repräsentantenhaus torpedierten einen im Senat erarbeiteten Kompromissvorschlag.

Empire-State-Index enttäuscht

Zudem sind die USA seit dem 1. Oktober ohne einen Staatshaushalt. Hunderttausende Beamte der Bundesverwaltung sind in Zwangsurlaub, viele Ämter geschlossen.

Das Wachstum der Industrie im US-Schlüsselstaat New York verlangsamte sich im Oktober überraschend. Der Empire-State-Index fiel auf 1,52 von 6,29 Punkten im Vormonat, wie die New Yorker Federal Reserve mitteilte. Das ist der niedrigste Wert seit Mai. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg auf 7,0 Punkte gerechnet. Ein Wert über der Null-Marke signalisiert ein Wachstum im Vergleich zum Vormonat.

Bilanzssaison nimmt Fahrt auf

Der Handel wurde auch von der Bilanzsaison beherrscht, da zahlreiche Unternehmen ihre Geschäftszahlen präsentierten. Die Aktien der Citigroup ließen nach enttäuschenden Zahlen 1,5 Prozent Federn. Johnson & Johnson überzeugte dagegen die Anleger mit einem starken Wachstum verschreibungspflichtiger Medikamente und wurde dafür mit einem Kursplus von 0,2 Prozent belohnt.

Die Senkung der Gewinnprognose für das laufende Jahr um zehn Prozent brachte die Anteilsscheine des Daten-Verarbeiters Teradata unter Druck. Die Titel stürzten um 18,3 Prozent auf 42,9 Dollar ab. Das Unternehmen, das Konzerne wie Cisco, Ebay und Verizon zu seinen Kunden zählt, enttäuschte zudem die Anleger mit einem vorläufigen Quartalsergebnis. Zahlreiche Analysten senkten daraufhin ihre Anlageempfehlungen.

Quelle: n-tv.de

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