Freitag, 19. März 2010
Palm rauscht in die Tiefe: US-Börsen im Minus
Unrühmlicher Abschluss einer bis dahin erfolgreichen Handelswoche: Die Griechenland-Krise tangiert auch die New Yorker Börsen. Der stärkere Dollar drückt den Ölpreis; das zieht auch die Energietitel nach unten. Den Vogel schießt aber Palm ab; die Aktie verliert fast ein Drittel ihres Wertes.Die New Yorker Börsen haben zum Wochenausklang Verluste hinnehmen müssen. Neue Sorgen um Griechenlands Schuldenlast lösten am Freitag eine Kettenreaktion aus, an deren Ende auch der Dow nach acht Gewinntagen in Folge Federn lassen musste: Die Finanzprobleme des Euro-Lands am Mittelmeer lasteten auf der Gemeinschaftswährung, der stärkere Dollar drückte den Ölpreis, und Energietitel zogen die Indizes in die Tiefe.
Im Blick standen auch Palm: Der Smartphone-Hersteller büßte mehr als ein Viertel seines Aktienwertes ein, weil er erneut seine Umsatzerwartungen zu verfehlen droht.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 10.819 und einem Tief von 10.694 Zählern. Er ging 0,4 Prozent tiefer bei 10.741 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,5 Prozent auf 1159 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,7 Prozent ein und schloss bei 2374 Stellen. Auf Wochensicht verzeichneten die Börsenbarometer aber Gewinne: Der Dow von 1,1, der S&P von 0,9 und die Nasdaq von 0,3 Prozent.
"Die Griechenland-Ungewissheit treibt den Dollar an", sagte Joe Arsenio von Arsenio Capital Management. Eine höhere US-Währung schade dem Rohstoffsektor, weil dieser zuletzt hauptsächlich vom schwächeren Dollar profitiert habe. Rohöl wurde knapp zwei Prozent billiger zu 80,60 Dollar je Barrel gehandelt. Die Titel des Ölkonzerns Exxon büßten 0,5 Prozent ein. Neben Rohöl geriet auch der Preis für Gold, das ebenfalls in Dollar gehandelt wird, unter Druck.
Die Papiere von Palm stürzten mehr als 29 Prozent auf 4,00 Dollar ab. Für das Unternehmen wird die Luft auf dem hart umkämpften Markt für moderne Mobiltelefone immer dünner. Eine unerwartet schwache Gewinnprognose schickte auch die Aktien von SunPower Corp auf Talfahrt: Die Papiere gaben fast 14 Prozent nach.
Die Papiere des EADS-Konkurrenten Boeing schlossen nach einem freundlichen Verlauf 0,2 Prozent im Minus. Zunächst wurde der Konzern dafür belohnt, dass er seine Produktion früher als geplant ausbauen will. Im Kampf um den milliardenschweren Tankflugzeug-Auftrag der US-Regierung muss sich Boeing aber nun wohl doch auf europäische Konkurrenz einstellen. EADS erwägt eine erneute Bewerbung um das Projekt, wie die Airbus-Mutter mitteilte.
rts
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