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Spannung vor Fed-SitzungUS-Börsen legen zu

09.08.2010, 22:36 Uhr

Nach den enttäuschenden Job-Daten der vergangenen Woche setzen die Anleger an der Wall Street zu Wochenbeginn auf weitere Konjunkturmaßnahmen der US-Notenbank. Der Offenmarktausschuss der Fed gibt seinen Zinsentscheid am Dienstag bekannt.

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Ungewollte Einblicke in den Alltag von Mark Hurd: Händler an der Wall Street sehen sich plötzlich mit pikanten Details aus dem Privatleben des HP-Chefs konfrontiert. (Foto: REUTERS)

In Erwartung weiterer Konjunkturmaßnahmen der Notenbank

haben die Anleger an den US-Börsen am Montag zugegriffen. Nach den enttäuschenden

Arbeitsmarktdaten vom Wochenschluss setzten sie auf ein mögliches Eingreifen der

Federal Reserve, um die Wirtschaft zu stärken. In Grenzen gehalten wurden die Aufschläge

von einem Kursrutsch bei Hewlett-Packard-Aktien nach dem Rücktritt des Firmenchefs.

Der Dow-Jones-Index

der Standardwerte ging 0,4 Prozent höher auf 10.698 Punkten aus dem Handel. Im Verlauf

pendelte er zwischen 10.649 und 10.719 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte 0,6 Prozent auf 1127

Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq

gewann 0,8 Prozent auf 2305 Punkte.

Das Augenmerk der Anleger richtete sich bereits auf den

am Dienstag anstehenden Zinsentscheid der

Notenbank. Daher blieb der Handel dünn. Kaum ein Beobachter rechnet damit, dass

die Federal Reserve das derzeitige Nullzinsniveau ändern wird. Doch die Währungshüter

könnten etwa signalisieren, dass sie Geld, das sie bei Fälligkeit früher gekaufter

Wertpapiere einnehmen, investieren und damit neue Staatsanleihen kaufen. Bislang

tut die Fed dies nur bei auslaufenden Staatsanleihen, nicht aber zum Beispiel bei

Hypothekenpapieren. Nach den schwachen Zahlen vom Arbeitsmarkt erwarte der Markt

offensichtlich mehr als nur eine Nullzinspolitik, sagte der Analyst Paul Nolte von

Dearborn Partners. "Falls nicht mehr kommt, könnte es einige Enttäuschung auslösen."

Enttäuscht und verunsichert zeigten sich viele Investoren

vom überraschenden Rückzug von Hewlett-Packard-Chef

Mark Hurd. Die Aktien des Computer-Herstellers rutschten knapp acht Prozent

ab. Hurd hatte nach dem Vorwurf falscher Spesenabrechnungen und Ermittlungen wegen

sexueller Belästigung seinen Hut genommen. Händler gingen allerdings davon aus,

dass der Ausverkauf nur von kurzer Dauer sei, und verwiesen auf günstige Einstiegschancen.

Höhere Verkaufszahlen im Juli trieben hingegen den Kurs

von McDonald's-Aktien. Die Titel der

Schnellrestaurantkette stiegen zweitweise auf ein Allzeithoch von 73,33 Dollar.

Der Konzern hatte für Juli eine Steigerung des Umsatzes auf vergleichbarer Basis

von sieben Prozent bekanntgegeben. Dazu trugen unter anderem längere Öffnungszeiten

in Europa bei. Aus dem Handel gingen sie 1,6 Prozent höher auf 72,92 Dollar.

Die in den USA gelisteten Aktien von Research in Motion gehörten ebenfalls zu

den Gewinnern und legten 3,5 Prozent zu. Der kanadische Blackberry-Hersteller bemüht

sich nach saudiarabischen Angaben um einen Kompromiss im Streit um die Datenkontrolle

bei dem Smartphone.

Quelle: rts