Spannung vor Fed-SitzungUS-Börsen legen zu
Nach den enttäuschenden Job-Daten der vergangenen Woche setzen die Anleger an der Wall Street zu Wochenbeginn auf weitere Konjunkturmaßnahmen der US-Notenbank. Der Offenmarktausschuss der Fed gibt seinen Zinsentscheid am Dienstag bekannt.
In Erwartung weiterer Konjunkturmaßnahmen der Notenbank
haben die Anleger an den US-Börsen am Montag zugegriffen. Nach den enttäuschenden
Arbeitsmarktdaten vom Wochenschluss setzten sie auf ein mögliches Eingreifen der
Federal Reserve, um die Wirtschaft zu stärken. In Grenzen gehalten wurden die Aufschläge
von einem Kursrutsch bei Hewlett-Packard-Aktien nach dem Rücktritt des Firmenchefs.
Der Dow-Jones-Index
der Standardwerte ging 0,4 Prozent höher auf 10.698 Punkten aus dem Handel. Im Verlauf
pendelte er zwischen 10.649 und 10.719 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte 0,6 Prozent auf 1127
Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq
gewann 0,8 Prozent auf 2305 Punkte.
Das Augenmerk der Anleger richtete sich bereits auf den
am Dienstag anstehenden Zinsentscheid der
Notenbank. Daher blieb der Handel dünn. Kaum ein Beobachter rechnet damit, dass
die Federal Reserve das derzeitige Nullzinsniveau ändern wird. Doch die Währungshüter
könnten etwa signalisieren, dass sie Geld, das sie bei Fälligkeit früher gekaufter
Wertpapiere einnehmen, investieren und damit neue Staatsanleihen kaufen. Bislang
tut die Fed dies nur bei auslaufenden Staatsanleihen, nicht aber zum Beispiel bei
Hypothekenpapieren. Nach den schwachen Zahlen vom Arbeitsmarkt erwarte der Markt
offensichtlich mehr als nur eine Nullzinspolitik, sagte der Analyst Paul Nolte von
Dearborn Partners. "Falls nicht mehr kommt, könnte es einige Enttäuschung auslösen."
Enttäuscht und verunsichert zeigten sich viele Investoren
vom überraschenden Rückzug von Hewlett-Packard-Chef
Mark Hurd. Die Aktien des Computer-Herstellers rutschten knapp acht Prozent
ab. Hurd hatte nach dem Vorwurf falscher Spesenabrechnungen und Ermittlungen wegen
sexueller Belästigung seinen Hut genommen. Händler gingen allerdings davon aus,
dass der Ausverkauf nur von kurzer Dauer sei, und verwiesen auf günstige Einstiegschancen.
Höhere Verkaufszahlen im Juli trieben hingegen den Kurs
von McDonald's-Aktien. Die Titel der
Schnellrestaurantkette stiegen zweitweise auf ein Allzeithoch von 73,33 Dollar.
Der Konzern hatte für Juli eine Steigerung des Umsatzes auf vergleichbarer Basis
von sieben Prozent bekanntgegeben. Dazu trugen unter anderem längere Öffnungszeiten
in Europa bei. Aus dem Handel gingen sie 1,6 Prozent höher auf 72,92 Dollar.
Die in den USA gelisteten Aktien von Research in Motion gehörten ebenfalls zu
den Gewinnern und legten 3,5 Prozent zu. Der kanadische Blackberry-Hersteller bemüht
sich nach saudiarabischen Angaben um einen Kompromiss im Streit um die Datenkontrolle
bei dem Smartphone.