Wirtschaft
Durchwachsene Aussichten: In der Wall Street an der Südspitze von Manhattan (r.) wachsen kurz vor Thanksgiving die Sorgen.
Durchwachsene Aussichten: In der Wall Street an der Südspitze von Manhattan (r.) wachsen kurz vor Thanksgiving die Sorgen.(Foto: REUTERS)

HP-Probleme verschrecken Anleger: US-Börsen schließen unsicher

Ermutigende Signale aus dem Häusermarkt verfehlen an der Wall Street nicht ihre Wirkung: Ohne die überraschende Milliardenabschreibung bei HP sähe das Ergebnis am Abend wohl besser aus. Die New Yorker Börsenbarometer legen zum Läuten der Schlussglocke fast eine Punktlandung hin.

Die US-Aktienmärkte sind am zweiten Handelstag der Woche fast unverändert aus dem Handel gegangen. Während ein Kursrutsch bei Hewlett Packard die Stimmung Händlern zufolge merklich dämpfte, wirkten weitere gute Daten vom Immobilienmarkt positiv.

Der Dow-Jones-Index ging mit einem Abschlag von 0,06 Prozent minimal tiefer bei 12.788,51 Punkten aus dem Handel. Der marktbreite S&P500-Index verzeichnete ein ähnlich schmales Plus von 0,07 Prozent auf 1387,82 Punkte. Auch an der Technologiebörse Nasdaq fanden die Börsenbarometer keine klare Richtung: der Composite-Index gewann 0,02 Prozent auf 2916,68 Punkte, der Auswahlindex Nasdaq 100 endete hingegen 0,05 Prozent tiefer bei 2594,66 Punkten.

Angesichts schlechter Unternehmensnachrichten hätten einige Anleger die deutliche Erholung vom Vortag für Gewinnmitnahmen genutzt, sagten Händler. Der Dow Jones hatte zum Wochenauftakt mit plus 1,65 Prozent den größten Tagesgewinn seit zweieinhalb Monaten verzeichnet.

Insgesamt überwog am Dienstag allerdings in der verkürzten Handelswoche vor dem Feiertag "Thanksgiving" unter US-Investoren die Zurückhaltung. Für Unterstützung sorgten im Verlauf Daten vom amerikanischen Immobilienmarkt, die hinsichtlich der US-Baubranche kommt in Fahrt im Wohnungsmarkt positiv überraschten. Schon zu Wochenbeginn war die US-Häusermarkt springt an höher ausgefallen als erwartet. Damit mehren sich die Anzeichen für eine Trendwende am gebeutelten Immobilienmarkt.

Belastet wurde der Markt - abgesehen von HP - von den politischen Faktoren: Die Sorgen um den Haushaltsstreit der USA seien wieder etwas in den Vordergrund gerückt, meinten Händler. Fed-Chef Ben Bernanke habe in seiner Rede vor dem New Yorker Wirtschaftsclub daran erinnert, dass die Notenbank keine Instrumente besitze, um den Schaden eines Stolperns über sogenannte Fiskalklippe aufzufangen, hieß es.

Video

Bei den Einzelwerten stand Hewlett Packard (HP) im Blickpunkt: Zum einen hätten die vom Computerkonzern vorgelegten Zahlen enttäuscht, sagten Händler. Vor allem belasteten aber Nachwehen aus einem Zukauf, der sich nun als Milliardengrab entpuppt. Wegen "HP schreibt Milliarden ab " in der Bilanzierung des Software-Unternehmens Autonomy schreibt HP nun volle 8,8 Mrd. Dollar ab.

Für das abgelaufene Quartal musste HP einen Verlust hinnehmen. Auch der Umsatz ging wegen eines sinkenden Marktanteils bei Computern und einer geringeren Nachfrage nach HP-Druckern zurück. Der Aktienkurs des Computer- und Druckerherstellers ging am Abend knapp 12 Prozent tiefer aus dem Handel.

Außerdem gab es noch Zahlen des Elektronik-Einzelhändlers Best Buy, dessen Papiere mit einem Minus von 13,02 Prozent abgestraft wurden. Beide Aktien fielen auf ein Zehnjahrestief.

Zur Schwäche des Technologiesektors trugen auch Intel-Papiere als zweitschwächster Dow-Wert mit einem Minus von 3,65 Prozent auf 19,52 Dollar bei. Am Vortag hatte Konzernchef Paul Otellini angekündigt, seinen Posten bei dem Chipbauer im Mai aufzugeben. Das dürfte nach Ansicht der UBS für Unsicherheit sorgen und die Analysten stuften Intel ab.

Tagesgewinner in dem US-Leitindex waren wie schon am Vortag Bank of America mit plus 1,48 Prozent.

Die Papiere des Ketchup-Herstellers Heinz gaben nach Quartalszahlen 2,2 Prozent. Das Unternehmen hatte dank einer soliden Nachfrage in Schwellenländern sowie günstiger Steuereffekte im abgelaufenen Geschäftsquartal mehr verdient als erwartet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 640 Mio. Aktien die Besitzer. 1662 Werte legten zu, 1323 gaben nach, und 118 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,59 Mrd. Aktien 1158 im Plus, 1280 im Minus und 115 unverändert.

Der Kurs des Euro verharrte im New Yorker Handel bei 1,28 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2809 (Montag: 1,2762) Dollar festgesetzt. Richtungweisende zehnjährige Anleihen fielen um 13/32 auf 99 21/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,662 Prozent.

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen