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Konjunktur enttäuschtUS-Börsen sehen rot

10.03.2011, 22:31 Uhr

Enttäuschende Konjunkturdaten haben die US-Börsen tief ins Minus gedrückt. Getrieben vom höheren Ölpreis weiteten sich die Außenhandelsdefizite in den USA und in China stärker aus als erwartet.

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(Foto: REUTERS)

In den Vereinigten Staaten stieg die Lücke zwischen Importen

und Exporten auf 46,34 Mrd. Dollar. Experten hatten mit einem Fehlbetrag von

lediglich 41,50 Mrd. Dollar gerechnet. Zudem belasteten weiterhin die Unruhen

in Libyen und im Nahen Osten das Handelsgeschehen. Auch die Herabstufung der

Kreditwürdigkeit Spaniens trug zur Verunsicherung der Anleger bei.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,9 Prozent

tiefer bei 11.984 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte der Index zwischen 11.974

und 12.211 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 sank ebenfalls 1,9 Prozent

auf 1295 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 1,8 Prozent auf 2701

Punkte nach. In Frankfurt schloss der Dax ein Prozent tiefer auf 7063 Punkten.

Einige Analysten sagten, dass es nun endlich Zeit für eine

lang erwartete Marktkorrektur sei. "Der Markt brauchte nur einen

Katalysator", sagte Analyst Paul Mendelsohn von Windham Financial

Services. Die Neuigkeiten aus China und Spanien würden nun als Korrekturbeschleuniger

wirken.

"Ausländische Themen spielen weiterhin eine Rolle auf

den US-Märkten", sagte Analyst Subodh Kumar von Subodh Kumar &

Associates. "Die Situation in Europa ist noch unsicher, und die Börse

macht sich weiterhin Sorgen über die Kreditwürdigkeit." Die Herabstufung

Spaniens durch die Ratingagentur Moody's führte trotz anhaltender Unruhen in

Libyen zu etwas niedrigeren Ölpreisen, weil der Dollar gegenüber dem Euro

zulegte.

Bei den Einzelwerten gaben die Aktien des Autobauers General

Motors um 2,6 Prozent nach. Die Opel-Mutter hatte bekanntgegeben, dass

Finanzchef Chris Liddell das Unternehmen nach nur etwas mehr als einem Jahr

Anfang April wieder verlassen werde.

Die Anteilsscheine der Kaffeehauskette Starbucks rückten

dagegen um knapp zehn Prozent vor, nachdem das Unternehmen eine strategische

Partnerschaft bei Produktion und Vertrieb mit Green Mountain Coffee Roasters

bekanntgegeben hatte. Die Papiere von Green Mountain sprangen sogar mehr als 40

Prozent in die Höhe.

Ebenfalls kräftig bergauf ging es mit den Anteilsscheinen

des Arzneimittelherstellers Human Genome Sciences, nachdem die Aufsichtsbehörde

FDA das erste Mal seit einem halben Jahrhundert ein Medikament gegen die

Lupus-Krankheit zugelassen hatte. Der Aktienkurs stieg um mehr als 13 Prozent.

An der New Yorker Börse wechselten rund 1,15 Mrd. Aktien den

Besitzer. 473 Werte legten zu, 2512 gaben nach und 90 blieben unverändert. An

der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,36 Mrd. Aktien 383 im Plus, 2257 im

Minus und 74 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen

Staatsanleihen um 29/32 auf 102-05/32. Sie rentierten mit 3,368 Prozent. Die

30-jährigen Bonds kletterten 55/32 auf 103-30/32 und hatten eine Rendite von

4,508 Prozent.

Quelle: bad/rts/DJ