Wirtschaft
Die Zinswende wird alles verändern: An der Wall Street investieren Anleger ins Ungewisse.
Die Zinswende wird alles verändern: An der Wall Street investieren Anleger ins Ungewisse.(Foto: picture alliance / dpa)

Mobilfunk bewegt die Kurse: US-Börsen verlieren an Schwung

Im New Yorker Aktienhandel kommt der rekordträchtige Aufstieg zum Halten: Die großen Börsenbarometer ziehen sich nach Veröffentlichung der Fed-Protokolle leicht zurück. Analysten suchen nach Hinweisen auf die Zinswende.

Nach den Rekordhöhen des Vortages haben sich die US-Börsen zur Wochenmitte kaum von der Stelle bewegt. Die Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der Fed löste im US-Leitindex nur einen kurzzeitigen Vorstoß in die Gewinnzone aus.

Am Abend schloss der der Dow-Jones-Index mit einem schwachen Abschlag von 0,01 Prozent bei 17.686 Punkten. Am Vortag hatte der Standardwerteindex noch bis auf rund 17.735 Punkte zugelegt. Der marktbreite S&P-500-Index schloss mit 0,15 Prozent im Minus bei 2049 Punkten. Der Nasdaq 100 sank um 0,46 Prozent auf 4222,66 Punkte.

Viel Neues brachte das Fed-Protokoll der zurückliegenden Sitzung der US-Notenbanker von Ende Oktober nicht. Die Sorgen der Anleger kreisen nach den sogenannten Fed Minutes darum, dass die Inflationserwartungen in den USA zu stark zurückgehen könnte. Der geldpolitische Ausschuss müsse genau auf Hinweise für zurückgehende langfristige Erwartungen achten, hieß es.

Zuvor hatten überraschend rückläufige Baubeginne im Oktober die Stimmung an der US-Börse leicht belastet. Die Zahl der Wohnungsbaubeginne war im Vergleich zum Vormonat um 2,8 Prozent gesunken. Volkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg gerechnet.

Unter den Einzelwerten standen Mobilfunk- und Kabelnetzbetreiber im Blick: Der zunehmende Datenhunger im Mobilfunk schlägt sich bei der Vergabe neuer Frequenzen preislich kräftig nieder. In einer aktuellen Auktion des US-Telekomregulierers FCC stiegen die Gebote insgesamt über den Wert von 16,4 Milliarden US-Dollar (13,1 Milliarden Euro).

Unter den 70 Bietern befinden sich auch die US-Mobilfunkriesen Verizon und AT&T. Die Aktien der beiden im Dow notierten Konzere gaben um 1,4 Prozent beziehungsweise knapp 1 Prozent nach. Die Papiere von T-Mobile US, der Tochter der Deutschen Telekom, verringerten ihr Minus von zeitweise knapp 3 Prozent auf 1,5 Prozent.

Wie Telekom-Vorstandschef  Timotheus Höttges in Barcelona betonte, bleibt die US-Mobilfunktochter ein attraktiver Vermögenswert für potenzielle Kaufinteressenten. "Die T-Mobile-Aktie ist derzeit ein Wachstumswert, es gibt verschiedene Wahlmöglichkeiten innerhalb des Marktes", so Höttges während einer von der US-Bank Morgan Stanley organisierten Investorenkonferenz.

Die Anteilsscheine des Telekomanbieters Sprint, dem das Geld fehlt und der sich die Auktion sparte, verloren gut 1 Prozent. Das Papier des Satelliten-TV-Anbieter Dish sprang dagegen um 10 Prozent ins Plus. Der rasche Anstieg der Gebote sei positiv für unabhängige "Eigentümer von Bandbreiten" wie Dish, kommentierte Analyst Philip Cusick von JPMorgan.

Besser als erwartet ausgefallene Quartalsergebnisse und ein daraufhin angehobener Jahresausblick ließen die Aktien der Baumarktkette Lowe's um 6,4 Prozent steigen.

Im Rampenlicht stand zudem der Börsengang der Paramount Group. Die Aktien, die zu 17,50 Dollar und damit zum Mittelwert der anvisierten Preisspanne ausgegeben worden waren, starteten mit 18,5 Dollar in den Handel an der New Yorker Börse NYSE. Mit 18,2 Dollar beendeten die Papiere des auf Gewerbeimmobilien spezialisierten Unternehmens den Tag. Insgesamt sammelte Paramount bei seinem IPO 2,3 Milliarden Dollar ein und gilt damit als der größte Börsengang eines US-REIT (Real Estate Investment Trust).

Der Kurs des Euro machte im US-Handel nur kurz einen kräftigen Satz bis fast auf 1,26 US-Dollar. Zum Handelsschluss an der Wall Street wurde er wieder bei 1,2551 Dollar gehandelt und damit in etwa auf dem Stand des europäischen Nachmittagshandels. Am US-Rentenmarkt sanken richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihen um 10/32 Punkte auf 99 3/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 2,35 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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