Wirtschaft
Erst ein vorsichtiger Blick - doch dann greifen Anleger zu.
Erst ein vorsichtiger Blick - doch dann greifen Anleger zu.(Foto: picture alliance / dpa)

"Wachstumsszenario für die USA intakt": US-Konjunktur gibt Dax kräftigen Schub

Nach einer kleinen Schwächephase fängt sich der deutsche Aktienmarkt wieder. Brustlösend wirken US-Wirtschaftsdaten. An der guten Stimmung zieht sich der Handel in die Gewinnzone. Einmal mehr rettet ein Endspurt den Tag.

Solide US-Konjunkturdaten haben dem Dax den größten tagesgewinn seit zweieinhalb Wochen beschert. Insgesamt aber, war die Woche war für den deutschen Aktienmarkt eine Nullnummer. Während der breite S&P-500-Index an der Wall Street auf ein Rekordhoch sprang, tat sich der Dax schwer.

Letztlich schloss das Börsenbarometer Dax 1,1 Prozent fester bei 9692 Punkten auf seinem Tageshoch.  Damit ergab sich nach dem Rücksetzer im Januar für den Februar ein Plus von 4,1 Prozent. Auf Wochensicht bedeutete dies einen Gewinn von 0,3Prozent. Der MDax gewann 0,4 Prozent 16.892 Stellen. Der TecDax stieg um 1,9 Prozent auf 1286 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 erhöhte sich um 0,2 Prozent auf 3140 Punkte.

Nachdem das US-Wachstum für das vierte Quartal zunächst wie erwartet ausfiel, überraschte der Einkaufsmanager-Index der Region Chicago positiv. "Damit bleibt das Wachstumsszenario für die USA intakt", sagte ein Teilnehmer. Besonders positiv wertet er die Beschäftigungskomponente, die mit 59,3 gegenüber 49,2 im Januar deutlich in die Höhe sprang. Dies mache Mut auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht, der am kommenden Freitag veröffentlicht wird. Den Reigen der US-Daten rundet der Index der Universität Michigan ab, der ebenfalls leicht oberhalb der Erwartung ausfiel.

Zuvor hatten unter anderem Situation in der Ukraine das Sentiment in Europa belastet. Zum anderen lieferten die Inflationsdaten aus der Eurozone am Vormittag eine gute Vorlage für die Europäische Zentralbank (EZB), die Leitzinsen zu bestätigen.

Zahlen sorgen für Bewegung

Im Dax erholten sich FMC um 3,1 Prozent. Händler können für die Kursgewinne keinen nachrichtlichen Grund ausmachen. "Vermutlich ist die Aktie nach dem achtprozentigen Kursverlust in drei Tagen und bei hohen Umsätzen für den einen oder anderen Marktakteur wieder einen Einstieg wert", sagt ein Händler.

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Bayer klettern 3,1 Prozent. Die Ergebnisse liegen nach Ansicht von Heino Ruland von Ruland Research durchweg unter den Prognosen, vor allem negative Wechselkurseffekte hätten sich negativ bemerkbar gemacht. Doch hat sich das Pharmageschäft gut entwickelt. Bayer konnte den Umsatz in diesem Segment im vierten Quartal um 11,5 Prozent steigern. Treiber war der Gerinnungshemmer Xarelto. "Innerhalb eines Jahres ist Xarelto beim Umsatz von Rang sieben auf Platz eins vorgerückt", sagt ein Händler. Auf Jahressicht sei der Umsatz mit dem Medikament um 140 Prozent gestiegen. "Das hat die Umsatzrückgänge mehrerer anderer Blockbuster bei weitem überkompensiert."

Unter Druck standen indes Lufthansa, die 0,9 Prozent nachgeben. Lanxess verbilligten sich um 0,8 Prozent.

In der zweiten Reihe zogen Fielmann 2,6 Prozent an. Die DZ Bank erhöhte das Kursziel. Fielmann werde auch weiterhin schneller als die Branche in Deutschland insgesamt wachsen. Der steigende Anteil margenstarker Gleitsichtgläser dürfte zu einer sukzessiven Verbesserung der Profitabilität führen. Für einen Kauf der Aktie spreche zudem die aktionärsfreundliche Dividendenpolitik, hieß es.

Osram stiegen 1,4 Prozent. Das Papier wird von der nahen 50-Euro-Marke angezogen, wie ein Händler sagte. Da die Restrukturierung rascher als bisher erwartet positiv auf das Ergebnis wirke, stiegen nun die Erwartungen hinsichtlich einer Ausschüttung für das laufende Jahr.

Deutsche Annington auf Shopping-Tour

Fuchs Petrolub verteuern sich um 0,8 Prozent. Alle Kennziffern lägen leicht über den Konsensschätzungen, heißt es im Handel. Einziger Wermutstropfen ist die Dividende, die mit 1,40 Euro je Anteilsschein unter der Prognose von 1,46 Euro geblieben ist. Dennoch hebt die DZ-Bank den Margenanstieg positiv hervor.

Auf den Kauflisten standen indes Aareal Bank, die 2,5 Prozent fielen. TAG Immobilien büßten sogar 3,0 Prozent ein. Nach unten ging es auch für Salzgitter. Niedrige Preise, hohe Rohstoffkosten und eine teils schwache Auslastung haben Deutschlands zweitgrößtem Stahlkonzern im vergangenen Jahr stärker als erwartet zu schaffen gemacht. Die Aktie schloss mit einem Minus von 1,5 Prozent.

Im TecDax erhöhten sich Nordex kräftig um 9,5 Prozent. Mit 1,5 Milliarden Euro hat der Auftragseingang des Windanlagenbauers das obere Ende der taxierten Spanne erreicht. "Für das laufende Jahr bedeutet das Orderpolster erst einmal eine gute Auslastung und also tendenziell robuste Margen", sagt ein Händler.

Im SDax büßten Deutsche Annington 1,7 Prozent ein. Das Unternehmen hat nach Ansicht der Berenberg-Analysten für 2013 solide Zahlen vorgelegt. Die Bank begrüßt außerdem die Prognose für das laufende Jahr. Um seine Position auszubauen, legt das Bochumer Unternehmen 2,4 Milliarden Euro für mehr als 41.000 Wohnungen im gesamten Bundesgebiet auf den Tisch.

Quelle: n-tv.de

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