Wirtschaft
Die US-Börsen gehen eher gedrückt in die neue Woche.
Die US-Börsen gehen eher gedrückt in die neue Woche.(Foto: AP)

"Black Friday" & "Cyber Monday": Wall Street aus dem Tritt

Die US-Börsen wagen sich nicht so recht aus der Deckung. Zu groß ist die Ungewissheit sowohl was die Staatsschuldenkrise in Europa betrifft, als auch den Haushaltsstreit vor der eigenen Haustür. Daten zum "Black Friday" können da nur am Rande helfen - und dann auch eher Onlinehändlern.

Die US-Anleger haben am Montag angesichts des US-Haushaltsstreits und der Zitterpartie um Griechenland-Hilfen Vorsicht walten lassen. Die Suche nach einem Kompromiss zur Beilegung des Budgetkonflikts in den USA kommt bislang nur schleppend voran. Bis zu einer Einigung dürfte das politische Hickhack um die sogenannte "Fiskalklippe" noch zu erheblichen Kursschwankungen führen, sagten Börsianer. Auch der neue Anlauf der Euro-Finanzminister, sich auf weitere Hilfen für Griechenland zu einigen, war Thema. Viele Anleger machten nach den kräftigen Gewinnen der vergangenen Woche Kasse. Im Blickpunkt standen Einzelhändler. Nach Thanksgiving wurde am vergangenen Freitag das Weihnachtsgeschäft eingeläutet. Es startete insgesamt eher verhalten, der Online-Handel brummt jedoch.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Minus von 0,3 Prozent auf 12.967 Punkte aus dem Handel. Das Börsenbarometer schwankte im Verlauf zwischen 12.900 und 13.008 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,2 Prozent auf 1406 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq drehte im Verlauf ins Plus und notierte 0,3 Prozent höher bei 2976 Stellen. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 0,2 Prozent mit 7292 Punkten aus dem Handel.

Kein Kompromiss in Sicht

Im US-Haushaltsstreit seien in den vergangenen zehn Tagen kaum Fortschritte erzielt worden, sagte der demokratische Senator Dick Durbin dem Sender ABC. Die Zeit drängt, denn wenn kein Kompromiss im Kongress gelingt, treten zum Jahreswechsel automatisch Haushaltsschritte ein, die das Defizit zwar drastisch reduzieren sollen. Doch weil sie so schnell und umfassend greifen, befürchten Experten, dass die USA dadurch in eine Rezession gestürzt werden könnten.

Zudem schauten die Anleger nach Brüssel. Denn dort könnte am Montag zumindest vorläufig das Schicksal Griechenlands entschieden werden. Die Finanzminister der Eurozone und des IWF machten Griechenland Hoffnungen auf die baldige Freigabe der dringend benötigten Milliardenhilfen. Mehrere Minister hatten kurz vor dem entscheidenden Treffen die Bereitschaft zu einer schnellen Einigung signalisiert.

"Black Friday" vor allem online

Für die US-Einzelhändler verlief der Start ins Weihnachtsgeschäft am sogenannten "Black Friday", dem Tag nach Thanksgiving, offenbar zufriedenstellend, aber nicht berauschend. Vor allem das Internet-Geschäft verzeichnete deutlich stärkere Wachstumsraten als das traditionelle Geschäft. US-Online-Händler setzten in diesem Jahr erstmals an einem einzigen Tag mehr als 1 Mrd. Dollar um. Der Trend setzte sich am "Cyber Monday" fort. An dem ersten Wochentag nach dem langen Feiertagswochenende kaufen besonders viele über das Internet ein, da die meisten wieder arbeiten gehen müssen.

Die Geschäfte bei Ebay brummten und die Aktien legten 2,4 Prozent zu. Zwischenzeitlich erreichten sie den höchsten Stand seit fast acht Jahren. Amazon-Papiere legten 1,5 Prozent zu. Die Anteilsscheine von Weltmarktführer Wal Mart verloren dagegen 0,3 Prozent und die von Konkurrent Target 2,6 Prozent. Die Aktien der Kaufhaus-Kette Macy's verloren 4,5 Prozent an Wert. Die großen Einzelhändler gewährten hohe Rabatte, sagte Analyst Angel Mata von Stifel Nicolaus Capital Markets. "Die Umsätze sehen besser aus, aber zu was für einem Preis?"

Die Aktien des angeschlagenen Internetpioniers Yahoo stiegen ein Prozent nachdem die Bank Goldman Sachs laut "streetinsider.com" ihr Kursziel für die Yahoo-Aktien erhöhte. Ebenfalls begehrt waren die Anteilsscheine von Facebook, nachdem das Brokerhaus Bernstein die Papiere des weltgrößten sozialen Netzwerks auf "outperform" von "market perform" hochgestuft hatte. Sie kletterten 8 Prozent.

Stark nachgefragt warden die Aktien des Finanzdienstleisters Knight Capital Group mit einem Plus von 13 Prozent. Aus Kreisen verlautete, dass sich das Unternehmen von Geschäftsteilen trennen könnte.

Auf den Verkaufslisten standen indes die in den USA gehandelten Dividendenpapiere der britischen Bank Barclays mit einem Abschlag von 4,7 Prozent. Das Scheichtum Katar ließ die Gelegenheit verstreichen, seinen Anteil an der Investmentbank aufzustocken. Die Qatar Holding, seit der Finanzkrise mit 6,65 Prozent größter Barclays-Aktionär, macht stattdessen ihre restlichen 379 Millionen Optionen auf Barclays-Aktien zu Geld.

Quelle: n-tv.de

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