Wirtschaft
Der Arbeitsmarktbericht vom Freitag sorgt bei Anlegern noch immer für Kopfzerbrechen.
Der Arbeitsmarktbericht vom Freitag sorgt bei Anlegern noch immer für Kopfzerbrechen.(Foto: REUTERS)

Die Höhe lockt: Wall Street bleibt auf Rekordkurs

Ähnlich wie in Europa fehlt es an den US-Börsen zu Wochenbeginn an kurstreibenden Neuigkeiten. Doch anders als auf dem alten Kontinent läuft die Konjunktur. Und so geht es weiter voran.

Die Rekordserie an der Wall Street hat sich in der neuen Woche fortgesetzt, wenn auch langsam. Nach einem verhaltenen Handelsauftakt tasteten sich Dow-Jones-Index und S&P-500 auf neue Allzeithochs vor. Marktteilnehmer verwiesen auf die unverändert angespannte Stimmung, nachdem der Arbeitsmarktbericht für Oktober am Freitag dem Markt keine klare Richtung vorgegeben hatte. Zudem war die Agenda der US-Konjunkturdaten leergefegt, und wichtige Unternehmensmeldungen waren Mangelware.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,2 Prozent auf 17.614 Punkte. Sein neues Rekordhoch erreichte der Index bei 17.622 Punkten. Der S&P-500 stieg um 0,3 Prozent auf 2.038,26 Punkte und ging damit etwa einen halben Punkt unter seinem Allzeithoch aus dem Handel. Der Nasdaq-Composite rückte um 0,4 Prozent vor. Das Umsatzvolumen war mit 0,72 (Freitag: 0,77) Milliarden Aktien noch relativ lebhaft. Auf 1.794 Kursgewinner kamen 1.364 -verlierer, während 109 Titel unverändert schlossen.

Die Zahl der neu geschaffenen Stellen hatte zum Wochenausklang die Erwartungen leicht verfehlt, dafür wurden die Werte aus den Vormonaten nach oben revidiert. "Niemand ist sich sicher, ob dies ein positiver oder ein negativer Indikator für den Markt ist", meinte Analyst Jonathan Sudaria von Capital Group. "Denn es ist nicht klar, welche Auswirkungen der Bericht auf die weiteren Schritte der US-Notenbank in Sachen Zinserhöhung hat."

Mit Abgaben zeigte sich der Goldpreis. Teilnehmer sprachen von Gewinnmitnahmen nach dem deutlichen Anstieg am Freitag. Die Kursgewinne an den Aktienmärkten hätten das Interesse an dem gelben Edelmetall ebenfalls gedämpft. "Verstärktes Short-Covering war für den größten Tagesgewinn seit Mitte Juni verantwortlich", sagten die Analysten der Commerzbank. Der Goldpreis hatte am Freitag von der mäßigen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt profitiert. Zum Settlement kostete die Feinunze mit 1.159,80 Dollar 0,9 Prozent bzw 10 Dollar weniger als zum Wochenausklang. Danach fiel der Goldpreis weiter und durchbrach die Marke von 1.150 Dollar.

Der Ölpreis fiel nach einer zwischenzeitlichen Erholung zurück. Ein Rückgang der libyschen Ölförderung und überraschend hohe chinesische Ölimporte stützten nur vorübergehend. Bald rückte wieder das weltweite Überangebot in den Vordergrund, zumal Libyen versichert hatte, dass auf den vorübergehend stillgelegten Ölfeldern bis Mittwoch die Förderung wieder aufgenommen werde. Das Fass WTI verbilligte sich um 1,6 Prozent bzw 1,25 Dollar auf 77,40 Dollar. Die europäische Referenzsorte Brent gab um 1,3 Prozent bzw 1,05 Dollar auf 82,34 Dollar nach. Im Blick steht nun das Opec-Treffen am 27. November. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob das Erdölkartell die Förderung drosseln wird. Der Ölmarkt und damit der Ölpreis leiden unter Nachfrageschwäche sowie massiven Überkapazitäten. Opec-Generalsekretär Abdalla Salem el-Badri hat die Märkte zur Ruhe aufgefordert. Die Lage werde sich wieder normalisieren.

Am Devisenmarkt machte der Dollar wieder etwas Boden gut. Trotz der glanzlosen US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag wetteten Anleger darauf, dass die US-Wirtschaft schneller wachsen wird als andere große Volkswirtschaften. Der Dollar kostete im späten US-Handel rund 114,90 Yen nach 114,60 Yen am Freitag. Der Euro notierte bei etwa 1,2420 Dollar, nach 1,2455 Dollar am Freitagabend.

An der Börse gaben die Aktien von Transocean im Sog des Ölpreises anfängliche Gewinne ab und fielen um 1,4 Prozent. Das Unternehmen hatte in der Nacht von Sonntag auf Montag überzeugende Quartalszahlen vorgelegt. Bereinigt um Abschreibungen von 2,6 Milliarden Dollar, die der Ausrüster der Ölindustrie schon am Freitag ankündigte, schnitt Transocean besser ab als erwartet. Auch die Aktien der Ölkonzerne ExxonMobil und Chevron gaben um 0,3 Prozent und 0,7 Prozent nach.

Im Dow-Jones-Index sank die Aktie von Merck & Co nach einer enttäuschenden Medikamentenstudie um 0,9 Prozent. Hoffnungen, dass sich die Behandlung von Hepatitis C durch die Gabe zweier in der Testphase befindlicher Merck-Medikamente in Kombination mit einem Mittel von Gilead verkürzen ließe, hatten sich nicht erfüllt.

Der Kurs von GoPro fiel um 4,2 Prozent auf 75,75 Dollar. Der Kamerahersteller, der erst im Juni an die Börse gegangen ist, will den seither kräftig gestiegenen Kurs nutzen und im Rahmen einer Zweitplatzierung Aktien im Volumen von 800 Millionen US-Dollar verkaufen. Die Aktien waren beim IPO zum Kurs von 24 Dollar ausgegeben worden. Die Sperrfrist, während der Altaktionäre keine Aktien aus ihren Beständen verkaufen dürfen, endet am 22. Dezember.

Quelle: n-tv.de

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