Wirtschaft
Mut zur Lücke: Die Woche wird weitere Versatzstücke liefern, damit gibt es auch mehr Klarheit.
Mut zur Lücke: Die Woche wird weitere Versatzstücke liefern, damit gibt es auch mehr Klarheit.(Foto: picture alliance / dpa)

Fragen über Fragen: Wall Street bleibt nervös

Anleger suchen vergeblich nach Orientierung: Impulse in Form von frischen Konjunkturdaten stehen erst im Laufe der Woche auf dem Programm. Gleichzeitig verunsichert die Krim-Krise die Investoren: Die US-Börsen schließen mit Verlusten.

Der Konflikt um die Zukunft der Krim hat am Dienstag das Aktiengeschäft in den USA gedämpft. Händler an der Wall Street erklärten, Anleger seien wegen des Konflikts um die ukrainische Halbinsel weiterhin verunsichert und hielten sich zurück. Nachdem das Börsenbarometer S&P-500 noch am Freitag einen neuen Rekordstand erreicht hatte, gebe es vorerst keine neuen Impulse. Wichtige Bilanzen und Konjunkturdaten seien Mangelware. "Grundsätzlich bewegen wir uns auf einem sehr hohen Niveau, und es gibt eine Menge Warnsignale", sagte Peter Cardillo, Chef-Marktstratege von Rockwell Global Capital in New York.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,4 Prozent auf 16.351 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab rund 0,5 Prozent auf 1.867 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging 0,6 Prozent auf 4.307 Punkte zurück.

"Den Anlegern bereiten vor allem mögliche Sanktionen der EU gegen Russland Sorgen", sagte LBBW-Investmentanalystin Antje Laschewski. Am Sonntag soll die mehrheitlich russisch-stämmige Bevölkerung über eine Abspaltung von der Ukraine und die Aufnahme in die Russische Föderation abstimmen. Die Übergangsregierung in Kiew hat das Referendum als unrechtmäßig kritisiert. Auch die Europäische Union und die USA haben Russland vor einer Annexion der geo-strategisch wichtigen Halbinsel gewarnt und mit weiteren Sanktionen gedroht.

Doch die Anleger sind nicht nur wegen des Konflikts um die ukrainische Halbinsel Krim verunsichert und halten sich mit Risiko-Entscheidungen zurück. Inwieweit gehen die zuletzt eher schwächeren Konjunkturdaten tatsächlich auf das Konto des ungewöhnlich harten Winters in den USA?

Das dürfte sich erst am Donnerstag klären, wenn unter anderem die Einzelhandelsumsätze aus dem Februar und die Lagerbestände Januar veröffentlicht werden. Am Freitag folgen Daten zu den Erzeugerpreisen im Februar. Bis dahin heißt es abwarten.

General Motors spürt den Skandal

Bei den Einzelwerten bekam General Motors den Schrecken der Anleger über ein offenbar drohendes Strafverfahren gegen den Autohersteller zu spüren. Der Kurs sackte mehr als fünf Prozent ab. Aus mit den Ermittlungen vertrauten Kreisen verlautete, die New Yorker Staatsanwaltschaft untersuche den Umgang der Opel-Mutter mit Informationen über Probleme mit Zündschlössern einiger GM-Modelle. Laut Medienberichten soll General Motors die Probleme seit 2004 verschleppt haben. Auch die Behörden sollen Hinweise auf den Fehler gehabt, aber nichts unternommen haben. Bei Unfällen, die mit den defekten Zündschlössern im Zusammenhang stehen, sind 13 Menschen ums Leben gekommen. Nun untersucht auch der US-Kongress das Versagen.

Zudem hatten die Anleger einen monatelangen Übernahmepoker in der US-Bekleidungsindustrie im Blick, der nun zu einer milliardenschweren Fusion führt. Der Herrenausstatter Men's Wearhouse kündigte an, für 1,8 Milliarden Dollar den kleineren Rivalen Jos. A. Bank Clothiers zu kaufen. Die Aktien der Firma stiegen um 3,9 Prozent. Für Men's Warehouse ging es um 4,7 Prozent nach oben.

Auch der Kurs des Einzelhändlers JC Penney legte um rund 3,0 Prozent zu, nachdem Citigroup Anlegern das Papier als Kaufoption empfohlen hatte. Die Aktie von La Jolla Pharmaceutical schoss rund 65 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen teilte mit, ein Medikament zur Linderung von Beschwerden bei chronischen Nierenproblemen habe in der mittleren Testphase sein Hauptziel erreicht.

Dagegen ging es mit dem Aktienkurs des Diagnostik-Unternehmens Myriad Genetics rund 8,3 Prozent in den Keller. Ein Gericht hatte zuvor zugunsten des Rivalen Ambry Genetics entschieden, der weiterhin eine ähnliche Version des Krebserkennungstests von Myriad Genetics vertreiben darf.

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Quelle: n-tv.de

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