Wirtschaft
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Zu viel des Guten: Wall Street büßt an Boden ein

Die Diskussion über ein des billigen Geldes reißt nicht ab. Die US-Konjunktur zeigt sich von ihrer Schokoladenseite. Auch die jüngsten Daten sind wieder besser als erwartet. Exit-Spekulationen bekommen damit neue Nahrung.

Die unerwartet zügige Erholung der US-Wirtschaft hat die Wall Street erneut belastet. Börsianer fürchteten angesichts der positiven Daten, dass die Notenbank ihre massive Stützung der Konjunktur bereits früher drosseln könnte, als bislang angenommen. In dem Fall würde ein entscheidender Antrieb der jüngsten Rekordjagd wegfallen.

Der Dow-Jones-Index ging 0,4 Prozent schwächer bei 15.822 Punkten aus dem Handel. Der breiter aufgestellte S&P 500 gab um 0,4 Prozent auf 1785 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel 0,1 Prozent auf 4033 Zähler.

Vor Handelsbeginn veröffentlichte Daten zeigten, dass die Wirtschaft im dritten Quartal schneller zugelegt hat, als bislang gedacht. Auch auf dem Arbeitsmarkt geht es weiter bergauf: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gingen die dritte Woche in Folge zurück.

Weichenstellung am Freitag?

Nun erhoffen sich die Anleger vom Arbeitsmarktbericht für November, der am Freitag veröffentlicht wird, einen entscheidenden Hinweis, wann die Federal Reserve mit der Drosselung ihrer Wertpapierkäufe beginnen wird.

Die Zentralbanken in Europa hielten derweil an ihrer lockeren Geldpolitik fest. Sowohl die Bank of England als auch die Europäische Zentralbank bestätigten ihr jeweiliges Leitzinsniveau, die britische Zentralbank darüber hinaus den Umfang ihres Anleihekaufprogramms. Da beide Entscheidungen so erwartet worden und Überraschungen daher ausgeblieben sind, halten sich die Marktreaktionen in Grenzen.

Bei den Einzeltiteln gehörten Apple zu den Gewinnern mit einem Kursanstieg von 0,5 Prozent. Nach monatelangen Verhandlungen einigte sich der Konzern dem "Wall Street Journal" zufolge mit dem weltgrößte Mobilfunkanbieter China Mobile auf eine Allianz. Damit könne Apple ab etwa Mitte des Monats seine iPhones den Kunden des chinesischen Handy-Giganten anbieten.

Bei GM kam die Aufgabe der Marke Chevrolet in Europa gut an: Die Aktie kletterte um 1,0 Prozent.

Die Titel von Aeropostale gaben 2,9 Prozent nach, weil die Bekleidungs-Kette für das Weihnachtsgeschäft einen großen Verlust prognostizierte.

Auf den Verkaufslisten der Börsianer stand dagegen Microsoft. Die Anteilsscheine des Softwareriesen verbilligten sich bei hohen Umsätzen um 2,4 Prozent. Zuvor hatte Ford-Chef Alan Mulally einen Kommentar zu Spekulationen abgelehnt, wonach er künftig Microsoft führen soll.

Abgestraft wurden auch die Dividendenpapiere von JC Penney mit einem Kurseinbruch von mehr als acht Prozent. Die Bank Morgan Stanley hatte zuvor ihre Einschätzung für die Aktie mit "Untergewichten" bekräftigt. Die Analysten des Geldhauses halten die Papiere für überbewertet. Der Konzern verliere weiterhin Marktanteile und bekomme die harte Konkurrenz zu spüren.

Nur einen Tag, nachdem Goldman Sachs die Aktie der Citigroup auf "Neutral" herabgestuft hat, kam der nächste Dämpfer für das Papier. Die Analysten der Deutschen Bank haben Citigroup und Morgan Stanley auf "Hold" zurückgenommen und begründen dies mit kurzfristig zu erwartenden Verwerfungen am Kreditmarkt. Die Titel gaben rund 1,5 Prozent ab.

Quelle: n-tv.de

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