Wirtschaft
Aktionäre lassen es sich schmecken.
Aktionäre lassen es sich schmecken.(Foto: REUTERS)

Wirtschaftsdaten treiben Indizes: Wall Street erklimmt neue Höhen

Der Cocktail schmeckt: Aus China und der Eurozone kommen ermunternde Wirtschaftsdaten. Dazu ist sicher, dass das Geld billig bleibt. Das lockt die Käufer aufs Parkett. Dort gehen sie mit viel Schwung auf Rekordjagd.

Billiges Geld, brummende Wirtschaft - für die Anleger an Wall Street gab es vor allem Gründe zum Kauf. Der Dow-Jones-Index wie der S&P-500 stiegen auf neue Rekordhochs, sowohl im Verlauf als auch auf Schlussbasis. Die Konjunktur sendet verstärkt Signale der Erholung. Zudem sahen die Investoren die jüngsten Aussagen der US-Notenbank nun freundlicher, nachdem am Vortag noch Irritation geherrscht hatte. Die Anleger hoffen nun, dass das Füllhorn der Fed weiter Dollar ausspuckt.

Der Dow-Jones-Index schloss mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 15.628 Punkten. Der Index markierte ein neues Allzeithoch bei 15.650 Punkten. Der S&P-500 kletterte erstmals über 1.700 Punkte und markierte bei knapp 1.708 Stellen ein neues Allzeithoch. Bis zum Handelsschluss stieg er um 1,3 Prozent auf 1.707 Punkte. Der Nasdaq-Composite legte 0,3 Prozent auf 3.626 Punkte.

Konjunkturdaten als Kurstreiber

Die Fed hatte am Mittwoch keinen Hinweis auf eine bald anstehende Drosselung von Wertpapierkäufen gegeben. Doch neben der US-Geldpolitik gab es auch handfeste Wirtschaftsdaten, die für den Aktienmarkt sprachen. Die Industrie der Eurozone ist im Juli erstmals seit zwei Jahren wieder gewachsen. Auch die Wirtschaft in China lässt aufhorchen. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe hat im Juli zugelegt und die Prognose übertroffen.

Und schließlich kam auch aus den USA selbst frohe Kunde: Denn dort zeichnet sich eine weitere Entspannung am Arbeitsmarkt ab. So sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche auf ein Fünfjahrestief gesunken - ein gutes Omen für den großen Arbeitsmarkt-Bericht am Freitag. Auch der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe stieg deutlich stärker als vorhergesagt an. Schwache Bauausgaben fielen daher nicht ins Gewicht.

Ölpreis zieht an

Von insgesamt "ziemlich guten Nachrichten" sprach Marc Doss von Wells Fargo. Sein Haus habe für den S&P-500 ein Jahresendziel von 1.700 Punkten gehabt. Der Markt entwickle sich jedoch "schneller und stärker", als Wells Fargo auf dem Radar gehabt habe, sagte Doss. Der wirtschaftliche Hintergrund bleibe "günstig für Aktien", sagte indes Terry Sandven von U.S.Bank Wealth Management.

Kräftige Bewegungen gab es auch an den anderen Märkten. So trieben die weltweit freundlichen Konjunkturdaten den Ölpreis massiv nach oben. Das Fass Leichtöl der Sorte WTI wurde mit 107,89 Dollar bezahlt, das waren 2,86 Dollar oder 2,7 Prozent mehr als am Mittwoch. Der Preis für Gold kam indes kaum vom Fleck, trotz der Erwartung einer weiter lockeren Geldpolitik. Die Feinunze kostete 1.310 Dollar, belastet auch vom festen Greenback.

Mit den Notierungen der Anleihen ging es kräftig abwärts, da mit der guten Konjunktur sichere Häfen weniger gefragt waren. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg im Verlauf auf ein Zweijahreshoch und lag schließlich bei 2,72 Prozent nach 2,57 Prozent am Vortag. Vor allem nach den positiven Arbeitsmarktdaten aus den USA gerieten die Notierungen ins Rutschen. Die gute US-Konjunktur half dem Dollar, der stetig zulegte. Der Euro wurde mit 1,3206 Dollar gehandelt nach Kursen über 1,33 Dollar im Tageshoch.

Industrie- und Finanzwerte gesucht

Am Aktienmarkt wurde eine Erholung der Konjunktur gespielt, Industrie- und Finanzwerte sowie zyklische Konsumgüter standen oben auf den Kauflisten. Die Aktien von Procter & Gamble stiegen 1,6 Prozent. Der Konsumgütergigant verbuchte zwar einen Gewinneinbruch von 48 Prozent im Zuge seines Konzernumbaus, gleichwohl schnitt das Unternehmen bei Um- und Absatz recht ordentlich ab. Yelp-Titel schnellten rund 23 Prozent empor, die Gesellschaft übertraf mit ihrem Geschäftsausweis die Markterwartungen. Unter Druck standen die Aktien von Exxon, nachdem der Ölkonzern die Prognosen für den Gewinn je Aktie drastisch verfehlt hat. Der Titel verlor 1,1 Prozent.

Zusätzlich zu den positiven Quartalsergebnissen hat Conoco den Rückzug aus dem LNG-Projekt mit Freeport bekanntgegeben. Dadurch wird das Unternehmen in den nächsten 19 Jahren zwar geschätzte 50 bis 60 Millionen Dollar pro Jahr einsparen. Gleichzeitig sind aber beim effektiven Ausstieg rund 540 Millionen Dollar Sonderaufwand fällig. Für die Aktie ging es 1,9 Prozent nach oben.

Quelle: n-tv.de

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