Erst gefallen, dann gebremstWall Street fängt sich
Ein Regierungssprecher konnte die Furcht der Anleger vor Bankverstaatlichungen vor dem Wochenende etwas zerstreuen und damit den Dow vom tiefsten Stand der letzten zehn Jahre wegholen. Dennoch schafften es nur die Technologiewerte ins Plus, für Dow und S&P war die Rally nicht stark genug.
Ein Regierungssprecher konnte die Furcht der Anleger vor Bankverstaatlichungen vor dem Wochenende etwas zerstreuen und damit den Dow vom tiefsten Stand der letzten zehn Jahre wegholen. Dennoch schafften es nur die Technologiewerte ins Plus, für Dow und S&P war die Rallye nicht stark genug.
Der Dow-Jones-Index fiel um 100 Zähler oder 1,3 Prozent auf 7.365 Punkte. Der marktbreite S&P-500-Index sackte um neun Zähler oder 1,2 Prozent auf 770 Punkte nach. Da etliche Technologiewerte als sichere Anlagen galten und die Anleger sich dorthin flüchteten, ging es an der Nasdaq nur um zwei Zähler oder 0,1 Prozent auf 1.441 Punkte runter. Auf Wochensicht haben die Indizes damit gut sechs Prozent verloren.
Regierungssprecher Robert Gibbs beruhigte die Anleger, als er sagte, privat geführte Banken seien der richtige Weg. Denn seit Tagen drehte sich die Gerüchteküche um eine mögliche Verstaatlichung der Großbanken und Analysten sowie Abgeordnete stimmten darin überein, dass zumindest eine zwischenzeitliche Verstaatlichung nur schwer zu verhindern sei. Doch nach den Aussagen des Regierungssprechers wurde die Stimmung besser und Citigroup gab nur noch um 22 Prozent nach, nachdem die Bank vorher über 30 Prozent an Wert verloren hatte, während Bank of America um 3,6 Prozent fiel.
Die Großbank sieht sich zusätzlich juristischen Schwierigkeiten ausgesetzt. Der Vorstandsvorsitzende Kenneth Lewis ist vom New Yorker Generalstaatsanwalt vorgeladen worden, da der Verdacht besteht, dass BoA im Zusammenhang mit der Übernahme von Merrill Lynch illegal Informationen zurückgehalten habe.
Bei den Konjunkturdaten sind die Verbraucherpreise zum ersten Mal seit Juli um 0,3 Prozent angestiegen, und auch in der Kernrate, ohne Lebensmittel und Energie, ging es um 0,2 Prozent aufwärts. Dies entsprach weitgehend den Erwartungen und hatte so nur wenig Einfluss auf den Handel.
Der Dow wurde auch vom Autobauer General Motors belastet, dessen Aktie um 4,5 Prozent nachgab. Denn die schwedische Marke Saab hat Konkurs angemeldet, und bei Opel sind die Schwierigkeiten und der Kapitalbedarf größer als bisher angenommen.
Die Baumarktkette Lowes gab um 6,6 Prozent nach, denn die Aussichten für das laufende Quartal und das Gesamtjahr blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Zusätzlich fiel der Gewinn um 60 Prozent, da die Margen aufgrund von Sonderangeboten deutlich geschrumpft waren.
Ähnlich sah es beim Einzelhändler J.C. Penney aus. Hier fiel der Gewinn im vergangenen Quartal zwar besser aus als erwartet, da das Unternehmen das Inventar und die Kosten im Weihnachtsgeschäft gut kontrollieren konnte, doch die Aussichten sind düster. Der Verlust im ersten Quartal soll zwischen 20 und 30 Cents pro Aktie liegen, während Experten von 18 Cents ausgegangen waren. Dennoch legten die Aktien um 1,2 Prozent zu.