Wirtschaft
Das Weihnachtsgeschäft ist eingeläutet.
Das Weihnachtsgeschäft ist eingeläutet.(Foto: AP)

"Black Friday" treibt die Kurse: Wall Street geht shoppen

Zum Ende der Woche macht sich an der New Yorker Börse Hoffnung breit: IWF und Euro-Länder bewegen sich im griechischen Schuldendrama offenbar aufeinander zu. Zudem sorgt der Start der Weihnachtssaison für Kletterkurse bei Best Buy und anderen Einzelhändlern.

Die Hoffnung auf eine Entspannungin der Griechenland-Krise und satte Gewinne bei Technologie-Aktien haben die WallStreet am Freitag beflügelt. Die Anleger wurden dadurch ermutigt, dass im Streitüber neue Finanzhilfen für die Regierung in Athen sich die Anzeichen für eine baldigeEinigung mehrten. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich zuversichtlich, dassam Montag grünes Licht für die Auszahlung neuer Hilfstranchen gegeben werden kann.Schnäppchenjäger griffen zudem nach den jüngsten Verlusten bei Technologiewertenwie Microsoft zu. Unter den Einzeltiteln standen am "Black Friday", andem nach den Thanksgiving-Feiern traditionell das Weihnachtsgeschäft in den USAeingeläutet wird, vor allem die Einzelhändler wie Weltmarktführer Wal-Mart im Fokus.

Der Dow-Jones-Index derStandardwerte ging mit einem Plus von 1,4 Prozent bei 13.009 Punkten aus dem wegendes vorangegangenen Feiertags Thanksgiving verkürzten Handel. Im Handelsverlaufpendelte das Leitbarometer zwischen 12.832 und 13.011 Punkten. Der breiter gefassteS&P-500-Index gewann 1,3 Prozent auf 1409 Zähler. Der Index der TechnologiebörseNasdaq stieg um 1,4 Prozent auf 2966 Punkte. In der abgelaufenen Woche legten allewichtigen Indizes kräftig zu: Der Dow um 3,3 Prozent, der S&P um 3,6 Prozent,die Nasdaq sogar um vier Prozent.

In Frankfurt ging der Daxmit einem Plus von 0,9 Prozent bei 7309 Punkten aus dem Handel. Auch hier triebdie Aussicht auf eine baldige Lösung für Griechenland den Handel an, zudem halfeine überraschend gute Stimmung in den deutschen Unternehmen.

Das Handelsvolumen an derWall Street war allerdings gering, da sich schon viele Börsianer wegen des Feiertagsam Donnerstag in ein langes Wochenende verabschiedet und die Börsen ihre Handelszeitauf 19.00 Uhr MEZ verkürzt hatten.

"Positive Nachrichtenzur Schuldensituation in Europa könnten als Katalysator dienen", zeigte sichTodd Salamone von Schaeffer's Investment Research in Cincinnati optimistisch. AnalystPeter Cardillo von Rockwell Global Capital sagte, die Aussicht auf eine baldigeVereinbarung für neue Griechenland-Hilfen stimme die Anleger zuversichtlich undschüre ihre Risikofreude. Einem griechischen Regierungsvertreter zufolge hat sichder Internationale Währungsfonds bei den umstrittenen Fristen für die Sanierungszielebewegt. Damit wäre ein Konflikt entschärft, der beim gescheiterten Verhandlungsmarathonin Brüssel Eurozonen-Finanzminister und IWF entzweit hatte. Bei einem neuen Anlaufam Montag müsste nach Angaben aus Athen nun nur noch eine Finanzlücke von zehn Mrd.Euro gedeckt werden, um das Paket zu schnüren.

Im Mittelpunkt des Handelstanden Technologiewerte: Microsoft schob die Nasdaq mit einem Plus von 2,8 Prozentan, Oracle legte 1,7 Prozent zu. Nach dem jüngsten Rückgang hätten Händler auf einengünstigen Zeitpunkt gewartet, um in dem dünnen Handel Positionen neu aufzubauen,sagte Salamone. In der Hoffnung auf eine erfolgreiche neue Version des SmartphonesBlackBerry sprang die Aktie des angeschlagenen Herstellers Research in Motion mehrals 13 Prozent auf 11,7 Dollar nach oben. Das neue Handy soll in Kürze in den Handelkommen.

Die Einzelhändler setzentrotz der Konjunkturflaute auch in Weihnachtsgeschäft 2012 auf florierende Geschäfte.Bei den Einzelwerten legten die Papiere von Branchenprimus Wal-Mart 1,9 Prozentzu. Die Aktien der Elektronikkette Best Buy gewannen 1,1 Prozent.

Die Läden sind diesmal anzwei zusätzlichen Tagen geöffnet. Allerdings wird nicht ausgeschlossen, dass dieKunden wegen der hohen Arbeitslosigkeit ebenso ihr Geld stärker im Portemonnaiehalten könnten wie aus Furcht vor Steuererhöhungen. Diese drohen, wenn sich derKongress im Haushaltsstreit nicht einigen kann. Auch die Auswirkungen von Hurrikan"Sandy" an der Ostküste dürften manchen Verbraucher zum Sparen zwingen.

An der New York Stock Exchangewechselten rund 330 Millionen Aktien den Besitzer. 2407 Werte legten zu, 469 gabennach und 113 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 800 MillionenAktien 1775 im Plus, 548 im Minus und 111 unverändert.

Quelle: n-tv.de