Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Keine Erholung in Sicht: Wall Street gibt sich den Daten geschlagen

Die Gewalteskalation im Irak und die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA schmecken den Anlegern nicht. Erneut setzen die Indizes zurück.

Enttäuschende Konjunkturdaten haben die Stimmung an den US-Börsen getrübt. Auch der Vormarsch der Islamisten im Irak verunsicherte die Anleger.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von rund 0,7 Prozent bei 16.734 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor ebenfalls 0,7 Prozent auf 1930 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,8 Prozent auf 4297 Punkte nach.

Die Stimmung vermieste der Einzelhandel, dessen Umsatz im Mai mit 0,3 Prozent nicht so stark stieg wie von Analysten mit 0,6 Prozent prognostiziert. Enttäuschen fielen auch die Daten zu den US-Erstanträgen aus, die wieder Erwarten leicht gestiegen sind. Belastet wird der Markt auch von der Entwicklung im Irak. Die im Ölstaat immer weiter vordringenden islamistischen Kämpfer, die zur al-Qaida nahen Gruppe Islamischer Staat im Irak und in der Levante (Isil) gehören, haben die Ukrainekrise als dominierenden geopolitischen Spannungsherd bis auf Weiteres abgelöst.

Im Norden Iraks haben kurdische Kämpfer derweil die Kontrolle über die Stadt Kirkuk übernommen. Zwar stützt die irakische Regierung wegen des Isil-Terrors die kurdischen Kämpfer, doch droht dem Land damit endgültig das Abgleiten in den Bürgerkrieg. Die Isil-Dschihadisten stehen indes 90 Kilometer vor der Hauptstadt Bagdad - der Irak erlebt die schwerste Krise, seit die USA 2003 in das Land einmarschiert waren.

"Die jüngsten Schlagzeilen machen die Anleger zwar leicht nervös, doch von Panik keine Spur", sagte Analyst Ian Winer von Wedbush Securities. "Es ist noch zu früh um etwas über die mögliche Dauer oder die Heftigkeit der Krise zu sagen", gab Gary Pollack von der Deutschen Bank zu bedenken. "Sollte sich die Krise aber ausweiten, dann dürfte dies negative Auswirkungen auf das globale Wachstum haben, die Aufschläge an den Aktienmärkten begrenzen und die Renditen der US-Anleihen für längere Zeit auf einem niedrigen Niveau halten", ergänzte der Teilnehmer.

Am Aktienmarkt gaben Facebook-Titel nach anfänglichen Gewinnen um 2,3 Prozent nach. Das soziale Netzwerk will es Werbekunden noch einfacher machen, die Nutzer gezielt anzusprechen. So will das Unternehmen seinen Werbekunden nun auch die Browserdaten seiner Mitglieder zur Verfügung stellen.

Die Titel von Fluggesellschaften standen mit dem deutlichen Ölpreis-Anstieg unter Druck. Für die Aktien von Delta Airlines und Southwest Airlines ging es um 5,4 und 4,5 Prozent nach unten.

Die Papiere von Hewlett-Packard profitieren dagegen von einer Hochstufung durch Goldman Sachs und legten um 0,4 Prozent auf 33,39 Dollar zu. Die Analysten haben die Titel auf "Neutral" von "Sell" nach oben genommen. Vor diesem Hintergrund war die Papiere im Verlauf auf ein neues Jahreshoch bei 34,30 Dollar gestiegen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen