Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

JP Morgan enttäuscht mit Zahlen: Wall Street gibt weiter nach

An den US-Börsen geht es einmal mehr abwärts. Belastend wirken schwache Daten des US-Einzelhandels sowie die nach unten korrigierte Konjunkturprognose der Weltbank. Auch die US-Berichtssaison verläuft anders als gedacht.

Der Verfall der Rohstoffpreise und ein wachsender Konjunkturpessimismus drücken die Kurse an den New Yorker Börsen. Für Enttäuschung sorgte auch der Geschäftsbericht von JP Morgan. Händlern zufolge löste die Weltbank mit einer Senkung ihrer Wachstumsprognosen für 2015 am Rohstoffmarkt eine Flucht aus den Industriemetallen aus. Die Experten gehen für 2015 nur noch von einem Zuwachs von 3,0 statt wie bisher 3,4 Prozent aus. Eine Erholung der Ölpreise konnte die Verluste am Aktienmarkt jedoch letztlich deutlich eindämmen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 1,1 Prozent auf 17.426 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 notierte 0,6 Prozent schwächer bei 2011 Zählern. Der Index der Technologie-Börse Nasdaq sank 0,5 Prozent auf 4639 Punkte.

Belastet wurde der Markt auch von enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA: Für die Einzelhändler lief das wichtige Weihnachtsgeschäft schlechter als erwartet. Ihr Umsatz fiel im Dezember um 0,9 Prozent zum Vormonat. Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang um 0,1 Prozent erwartet.

Banken enttäuschen

Unter Druck gerieten die Finanzwerte. Zum einen fürchteten Anleger Folgen für die Institute im Sog der Turbulenzen an den Rohstoffmärkten. Zum anderen belastete die Enttäuschung über JP Morgan. Das Institut hatte wegen einer milliardenschweren Strafe für Devisenmarktmanipulationen einen unerwartet hohen Gewinnrückgang ausgewiesen. Die Aktien fielen um 3,5 Prozent.

Auch Wells Fargo konnte die Anleger nicht überzeugen, was die Titel um 1,2 Prozent ins Minus drückte. Abgestraft wurden auch erneut die Dividendenpapiere des Bergbaukonzerns Freeport McMoran Copper & Gold mit einem Minus von 10,9 Prozent. Hintergrund ist der sinkende Kupferpreis.

Nachdem GameStop die Umsatzzahlen des Weihnachtsgeschäfts vorgelegt hat, stufen die Analysten von Pacific Crest die Aktie des Anbieters von Videospielen um zwei Stufen hoch. Die Titel ziehen um 10,5 Prozent an. Ein höher als erwartet ausgefallener Quartalsgewinn und die Anhebung der Quartalsdividende um zehn Prozent treiben Linear Technology um 0,5 Prozent an. Progress Software enttäuscht derweil mit seiner Gewinn- und Umsatzprognose für das abgelaufene Quartal. Der Kurs rutscht um 5,0 Prozent ab.

Ein Bericht über deutlich gesunkene Verkäufe in China drückt den Kurs des Elektroautobauers Tesla um 5,7 Prozent. Ziopharm Oncology schnellen dagegen um 54,5 Prozent empor, nachdem das Biotechnologieunternehmen gemeinsam mit Intrexon eine Lizenzpartnerschaft mit dem University of Texas MD Anderson Cancer Center eingegangen ist. Intrexon gewinnen 31,5 Prozent.

Getrieben von Übernahme-Gerüchten legten Blackberry um 29,7 Prozent zu. Einem Insider zufolge lotet der südkoreanische Handyhersteller Samsung eine milliardenschwere Übernahme aus. Samsung sei jüngst an Blackberry herangetreten und habe bis zu 7,5 Milliarden Dollar geboten. Samsung wolle mit der Transaktion Zugang zu Blackberrys Patenten bekommen. Die Südkoreaner hätten 13,35 bis 15,49 Dollar je Blackberry-Aktie geboten.

Quelle: n-tv.de

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