Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Biotech-Sektor im Minus: Wall Street hat Konjunktur-Blues

Die US-Börsen beginnen die Woche mit roten Vorzeichen: Schwache Konjunkturdaten von allen Seiten setzen die Kurse unter Druck. Bei den Einzelwerten sind Apple und Microsoft im Blick der Anleger.

Angesichts enttäuschender chinesischer Konjunkturdaten haben die US-Anleger zu Wochenbeginn einen Bogen um Aktien gemacht. Die Wirtschaftsabkühlung in China falle stärker aus als erwartet, das wiederum schüre Ängste vor den Konsequenzen für die Weltkonjunktur, sagte ein Analyst. Die Geschäfte der chinesischen Industrie gingen im März den fünften Monat in Folge zurück. Das Stimmungsbarometer fiel auf 48,1 Punkte von 48,5 Zählern im Vormonat und lag damit weiter unter der Schwelle von 50 Stellen, die Wachstum signalisiert.

Der Dow-Jones-Index gab 0,2 Prozent auf 16.276,69 Stellen nach. Der S&P 500 verlor 0,5 Prozent auf 1857,44 Zähler. Die Technologiebörse Nasdaq sank deutlich um 1,1 Prozent auf 4229,01 Zähler. Dem Barometer setzten vor allem deutliche Abgaben im Biotechnologie-Sektor zu. "Der Sektor ist gut gelaufen, Investoren sitzen auf dicken Buchgewinnen", sagt ein Marktteilnehmer. Nun werde erst einmal Kasse gemacht. Zu den schwachen Daten aus der Volksrepublik kamen schlechte Nachrichten aus der eigenen Volkswirtschaft. Der sogenannte Markit-US-PMI verfehlte mit 55,5 im März klar die Markterwartung von 56,5 Prozent.

TV-Pläne beflügeln Apple

Bei den Einzelwerten legten Apple 1,2 Prozent zu. Für Auftrieb sorgt hier, dass Apple Kreisen zufolge mit dem größten US-Kabelnetzbetreiber Comcast über einen gemeinsamen TV-Streaming-Dienst verhandelt. Apple will Kunden ermöglichen, Fernsehsendungen live und auf Abruf im Internet anzusehen.

Auch Microsoft gewannen rund 0,9 Prozent. Dass der Verkauf des Nokia-Handygeschäfts an Microsoft nicht so schnell vorankommt wie gedacht, belastete offenbar nicht. Der Übergang der Aktivitäten werde wohl erst im April gelingen, teilten die Finnen mit. Bislang gingen beide Konzerne vom ersten Quartal aus.

Um 0,5 Prozent aufwärts ging es nach schwächerem Beginn derweil für Lockheed Martin, nachdem sich Südkorea nun wie erwartet offiziell - als drittes Land nach Israel und Japan - für das Flugzeug F-35 Lightning II zur Aufrüstung seiner Luftverteidigung enstchieden hat. Lockheed hatte bereits angekündigt, dass der Stückpreis bis zur Auslieferung sinken werde, wegen der Budgetobergrenze des Käufers Südkorea.

Gegen die allgemeine Markttendenz sprangen die Aktien von Herbalife fast 6,7 Prozent in die Höhe. Der Hersteller von Diätprodukten hatte zuvor bekanntgegeben, drei weitere Vertreter des umtriebigen Großinvestors Carl Icahn als Direktoriumsmitglieder zu ernennen. Bei Facebook machten die Anleger dagegen kräftig Kasse. Die Anteilscheine des sozialen Netzwerks brachen um 4,7 Prozent ein.

Quelle: n-tv.de

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