Wirtschaft
Ein Q macht manchmal einen großen Unterschied.
Ein Q macht manchmal einen großen Unterschied.(Foto: imago stock&people)

Penny-Stock steigt um 2200 Prozent : Wall Street hofft auf Streitende

Nach den jüngsten Abschlägen im Zuge des US-Haushaltsstreits sorgen aufkeimende Hoffnungen auf ein Ende des Staatsstillstands für Pluszeichen an der Wall Street. Eine skurrile Verwechslung lässt derweil den Kurs eines Penny-Stocks förmlich explodieren.

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Hoffnungen auf eine rechtzeitige Einigung zwischen Demokraten und Republikanern über die Neuaufnahme von Schulden haben am letzten Handelstag der Woche den US-Börsen Auftrieb gegeben. Im Haushaltsstreit gab es zugleich weiterhin keine Annäherung zwischen beiden politischen Lagern, so dass der Verwaltungsstillstand nun den vierten Tag andauert.

Nach einem zunächst richtungslosen Start legte der US-Leitindex Dow Jones Industrial zu und schloss schließlich 0,51 Prozent fester bei 15.073 Punkten. Im Wochenverlauf büßte er damit allerdings 1,2 Prozent ein. Der S&P-500-Index rückte um 0,71 Prozent auf 1691 Punkte vor. Der Nasdaq-100-Index stieg um 0,89 Prozent auf 3243 Punkte.

Während Behörden und öffentliche Einrichtungen nahezu lahm gelegt sind, tickt nebenher auch die Schuldenuhr: In knapp zwei Wochen wird die Schuldenobergrenze von 16,7 Billionen US-Dollar erreicht. Bis zum 17. Oktober müssen sich daher Demokraten und Republikaner auf eine Anhebung des Limits geeinigt haben. Sonst droht der USA die Zahlungsunfähigkeit - mit möglicherweise verheerenden Folgen für die internationalen Finanzmärkte und die Weltwirtschaft. Medien berichteten unterdessen, dass der Sprecher des Repräsentantenhauses, John Boehner, Verhandlungsbereitschaft signalisiert habe.

Der Handel blieb insgesamt aber recht impulsarm, zumal der viel beachtete Arbeitsmarktbericht für September wegen der politischen Querelen verschoben werden musste. Obama sagte unterdessen eine Asienreise ab und setzt sich weiter dafür ein, dass die Republikaner eine Abstimmung über die Fortsetzung der Verwaltungsarbeit zulassen.

Bei den Einzeltiteln katapultierte die Verwechslung eines Börsenkürzels einen Pennystock in unverhoffte, schwindelerregende Höhen. Um unglaubliche 2200 Prozent auf 15 US-Cents schossen die Aktien des insolventen Unterhaltungselektronik-Einzelhändlers Tweeter Home Entertainment Group zeitweise in die Höhe, nachdem sich Anleger in den USA offenbar Aktien am Kurznachrichtendienst und künftigen Börsenneuling Twitter sichern wollten. Als die Aktien zuletzt noch mit 684 Prozent im Plus standen, wurden sie "wegen eines außergewöhnlichen Ereignisses" vom Handel ausgesetzt.

Für den verhängnisvollen Fehler hatte das nahezu identische Börsenkürzel gesorgt: Während Twitter künftig das Kürzel TWTR führen wird, hat Tweeter, inzwischen unter Tweeter Opco firmierend, das Kürzel TWTRQ. Twitter will in Kürze an die Börse gehen und bis zu einer Milliarde Dollar einnehmen. Nach dem Börsenprospekt dürfte der Unternehmenswert insgesamt bei 12,8 Milliarden Dollar liegen.

Die Aktien von Boeing erholten sich teilweise von ihren Vortagesverlusten und legten als einer der stärksten Werte im Leitindex Dow um 1,70 Prozent auf 117,20 US-Dollar zu. Der Flugzeugbauer und Rüstungskonzern gehört zu jenen Unternehmen, die unter dem Verwaltungsstillstand leiden. Lieferverzögerungen für Verkehrsmaschinen sind die Folge, da Beamte der US-Luftfahrtaufsicht FAA ebenfalls in Zwangsurlaub geschickt wurden.

Favorit im Dow waren die Papiere von Walt Disney mit plus 2,00 Prozent, während die Einzelhandelsaktie Wal-Mart Stores mit minus 0,49 Prozent am Index-Ende stand.

Im Nasdaq 100 gewannen die Papiere von Facebook 0,78 Prozent auf 51,04 Dollar. Das soziale Netzwerk will nun auch auf seinem Fotodienst Instagram Werbung verkaufen. Die Papiere des Herstellers von Elektroautos Tesla stoppten ihre zweitägige kräftige Talfahrt und legten um 4,43 Prozent zu.

Zudem standen auch ein anderer Börsenneuling im Blick. Der Erfolg der Restaurantkette Potbelly an ihrem zweiten Handelstag ist fulminant. Die Titel sprangen um knapp 120 Prozent auf 30,77 Dollar hoch.

Quelle: n-tv.de

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