Wirtschaft
Die Schlange in den Arbeitsämtern wird kürzer.
Die Schlange in den Arbeitsämtern wird kürzer.(Foto: picture alliance / dpa)

Job-Daten, Tesla, EZB: Wall Street lässt alles sacken

NDer Auftakt in den Oktober geht kräftig in die Hose. Da bewerten Anleger es schon positiv, wenn die Kurse an der Wall Street nicht weiter fallen. Nicht nur Tesla-Chef Musk hat einen Anteil daran.

Nach dem scharfen Ausverkauf zur Wochenmitte haben die US-Börsen am Donnerstag sich gefestigt gezeigt und kaum verändert geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging minimal schwächer bei 16.801 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 verharrte auf 1946 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte dagegen 0,2 Prozent zu auf 4430 Punkte. In Frankfurt hatte der Dax erneut im Minus geschlossen.

Der Abgabebereitschaft schwappt von Europa über den Atlantik, denn auf dem alten Kontinent überzeugen die angekündigten Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB) die Marktteilnehmer nicht. EZB-Präsident Mario Draghi kündigte den Kauf von besicherten Anleihen und Kreditverbriefungen für wenigstens zwei Jahre an. Die potenzielle Bilanzausweitung durch die Wertpapierkäufe bezifferte der Italiener mit einer Billion Euro.

"Anleger erwarten ganz klar weitere Wirtschaftsstimuli durch die EZB", sagt Aktienstratege Matthew Beesley von Henderson Global Investors. Die EZB tue zu wenig für die Wachstumsperspektiven der Eurozone, heißt es auch von anderer Stelle.

US-Konjunkturdaten bremsen

Wenig zur Erhellung über den Zustand der konjunkturellen Lage trugen die US-Daten des Tages bei: Positiven Signalen vom Arbeitsmarkt standen schwache Industriedaten gegenüber. Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war erneut gesunken, Volkswirte hatten dagegen einen Anstieg vorhergesagt. Allerdings spielen die aktuellen Zahlen für den am Freitag erwarteten monatlichen Arbeitsmarktbericht keine Rolle mehr. Derweil war der Auftragseingang der US-Industrie im August stärker als prognostiziert eingebrochen.

Auch sonst blieb die Stimmung angeknackst. Seit erheblicher Zeit will keine rechte Kauflaune mehr an den weltweiten Aktienbörsen aufkommen. Zu viele Unwägbarkeiten lasten auf dem Markt, der zugleich schon sehr weit nach oben gelaufen ist. Am Vortag hatte eine ganze Reihe von US-Daten enttäuscht und die politischen Krisen rings um den Globus mahnen zur Vorsicht.

Tesla stromert wieder

Am Aktienmarkt legten Tesla um fast 5 Prozent zu. Vorstandschef Elon Musk hat über Twitter eine geheimnisvolle Botschaft über etwas namens "D" versendet. Der Markt spekuliert nun, dass damit ein neues Modell des Elektroautomobilherstellers gemeint sein könnte.

Für Titel der Bank of America ging es nahezu unverändert aus dem Handel, nachdem Brian Moynihan zum Vorsitzenden und Vorstandschef berufen worden ist. Er tritt damit die Nachfolge von Chad Holliday an, der von seinem Posten zurücktritt.

Esperion schossen 10,6 Prozent empor. Grund waren positive klinische Daten zu einem Cholesterin-Präparat des Pharma-Unternehmens.

Constellation Brands verloren dagegen 1,5 Prozent, der Getränkeproduzent verfehlte im zweiten Quartal die Erwartungen des Marktes. Des Weitere übernimmt die Gesellschaft eine Glasfabrik von Anheuser-Busch InBev.

Quelle: n-tv.de

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