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Ein kleines Minus steht am Ende des Handelstages vor der Dax-Entwicklung.
Ein kleines Minus steht am Ende des Handelstages vor der Dax-Entwicklung.(Foto: picture alliance / dpa)

Dax kehrt nach Hoch zurück: Wall Street legt kräftig zu

In Frankfurt und New York endet der Aktienhandel erneut mit gegensätzlicher Tendenz. Übergeordnet ist die Gemengelage unverändert. Während deutsche Anleger nach dem Rekord innehalten, zeigen sich ihre US-Kollegen nach dem Rücksetzer wieder kaufwillig.

Nach den jüngsten starken Abgaben hat sich die Wall Street erholt. An den vergangenen beiden Handelstagen hatten die US-Aktienkurse die stärksten Abgaben seit Ende Januar verzeichnet. Doch im Hintergrund schwelen weiterhin die Sorgen um eine früher als bisher gedachte Zinserhöhung durch die US-Notenbank. Im Fokus steht daher schon die zweitägige Sitzung der Federal Reserve in der kommenden Woche. Ein Antreiber für die Erholung war der leicht nachgebende Dollar.

Am Ende gewann der Dow-Jones-Index 1,5 Prozent auf 17.895 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,3 Prozent auf 2066 Punkte hinauf. Der technologielastigere Nasdaq Composite verbesserte sich um 0,9 Prozent auf 4893 Punkte.

In Frankfurt hatte zuvor der deutsche Markt nach der kräftigen Aufwärtsbewegung des Vortages eine Pause eingelegt. Allerdings hat es der Dax nicht versäumt, am Vormittag noch einmal ein neues Allzeithoch bei 11.829 Punkten  zu markieren.Am Ende verlor der Leitindex 0,1 Prozent auf 11.799 Punkte. Der MDax legte derweil 0,4 Prozent auf 20.682 Punkte zu. Der TecDax verbesserte sich um 0,7 Prozent auf 1643 Zähler. Mit einem Minus von 0,2 Prozent schloss der Eurostoxx 50 auf 3641 Punkten.

US-Konjunkturdaten mit Licht und Schatten

In den USA gaben die Konjunkturdaten kein einheitliches Bild ab. So fielen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe kräftiger als erwartet. Doch der Einzelhandelsumsatz für Februar blieb klar unter den Prognose. Dieser gab damit bereits den dritten Monat in Folge nach. "Die Daten waren viel schwächer als erwartet und eröffnen der Fed möglicherweise etwas Spielraum, um doch nicht so früh an der Zinsschraube zu drehen", sagte Analyst Larry Swedroe von BAM Alliance.

Bei den Einzelwerten stand die Intel-Aktie im Fokus, die mit einem Minus von 4,7 Prozent schwächster Wert im Dow-Jones-Index war. Der Chip-Hersteller hat seine Prognose nach unten korrigiert. Microsoft verloren 2,3 Prozent.

Daneben standen die Bankaktien im Blick, nachdem die US-Notenbank am Vortag das Ergebnis des zweiten Teils ihres Stresstests mitgeteilt hatte. Die Mehrzahl der Großbanken erfüllten die Anforderungen der US-Notenbank - insgesamt 29 der 31 geprüften Häuser. Der Kurs der Citigroup legte um 3,3 Prozent zu. Für Goldman Sachs ging es um 3,1 Prozent aufwärts, und JP Morgan legten um 1,9 Prozent zu. Die Bank of America hat den Test dagegen nur unter Vorbehalt bestanden und muss bis zum Ende des dritten Quartals ihre Kapitalpläne nachbessern. Die Aktie verzeichnete einen Abschlag von 0,2 Prozent.

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Der Dollar gab, belastet von den schwachen Einzelhandelsumsätzen, zum Euro leicht nach. Die Gemeinschaftswährung stieg wieder über die Marke von 1,06 Dollar und konnte sich im späten US-Handel über diesem Niveau behaupten. In Asien hatte der Euro noch ein neues Zwölfjahrestief knapp unter der Marke von 1,05 Dollar markiert. Händlern zufolge dürfte das Potenzial für eine Erholung aber begrenzt bleiben und die Schwächephase des Euro noch länger andauern.

Insgesamt aber mehren sich die Stimmen, die im feste Dollar eine Belastung für die US-Wirtschaft sehen. Bereits in der abgelaufenen Berichtssaison hatten die US-Unternehmen vermehrt darauf verwiesen, dass die feste Währung die Gewinne drücke.

Deutsche Aktien: Lufthansa segeln ans Dax-Ende

Für etwas Entspannung bei der Preisentwicklung in Europa sorgten die Daten am Vormittag. In Deutschland waren die Verbraucherpreise im Februar wie erwartet um 0,9 Prozent gestiegen. In Frankreich lag der Preisanstieg mit 0,7 Prozent leicht über der Prognose von 0,6 Prozent. Die Sorgen um deflationäre Tendenzen könnten somit etwas nachlassen.

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Mit Abstand größte Dax-Gewinner waren die Aktien von K+S mit einem satten Plus von 7,5 Prozent. Die Erholung der Düngemittelpreise hat dem Salz- und Düngemittelhersteller zum Jahresende zu einem kräftigen Gewinnanstieg verholfen.

Auf der Verliererseite standen Continental mit einem Abschlag von 1,5 Prozent. Die Credit Suisse hatte die Aktien auf "Neutral" von "Outperform" heruntergenommen. Auch BMW rutschten trotz starker Zahlen ins Minus und verloren 0,7 Prozent.

Lufthansa-Aktien hatten nach anfänglichen Kursgewinnen ins Minus gedreht und schlossen mit einem Verlust von 2,8 Prozent weit hinten im Dax. Die Prognose eines steigenden Ebit beruhe vor allem auf niedrigeren Treibstoffkosten und den Umsatz begünstigenden Währungseffekten, sagte Jack Diskin von Goodbody. "Darüber hinaus zeigt aber die zugrundeliegende Rendite, dass der Konzern bei der Langstrecke in wichtigen Regionen noch immer unter starkem Druck steht". Dies stufe die Börse als belastend ein.

Im MDax ging es für Hugo Boss nach anfänglich stärkeren Verlusten am Ende nur noch 1,7 Prozent bergab. Der Modekonzern hatte sein ehrgeiziges Umsatzziel für dieses Jahr begraben. Bilfinger verloren ebenfalls 1,7 Prozent, nachdem Exane BNP die Aktie auf "Underperform" gesenkt hat. Die Deutsche Bank hatte die Krones-Aktie auf "Halten" abgestuft, der Kurs fiel um 0,2 Prozent.

Eine Hochstufung durch JP Morgan ließ den Kurs von MTU Aero Engines um 1,2 Prozent steigen. Osram verteuerten sich um 0,8 Prozent und profitieren von einem um 11 auf 55 Euro erhöhten Kursziel der Deutschen Bank.

Gold erholt - Öl schwächer

Leicht erholt zeigte sich der Goldpreis. Mit dem etwas schwächeren Dollar kletterte der Preis für die Feinunze zum US-Settlement um 0,1 Prozent auf 1151,90 Dollar und verzeichnete damit erstmals nach drei Handelstagen wieder einen Zugewinn. Die Blicke der Investoren sind weiterhin auf die Sitzung der US-Notenbank in der kommenden Woche und Aussagen zur Zinspolitik gerichtet, hieß es. Im Verlauf war der Goldreis schon bis auf 1166 Dollar gestiegen, konnte dieses Niveau allerdings nicht verteidigen.

Die Ölpreise konnten zwischenzeitliche Gewinne nicht behaupten und gaben wiederum nach. Die am Vortag veröffentlichten US-Lagerdaten, die erneut auf ein Rekordhoch gestiegen waren, hätten noch nachgewirkt, sagte ein Teilnehmer. Dies verstärkte wieder die Sorgen vor einem Überangebot. Für einen Barrel WTI mussten zum US-Settlement 47,05 Dollar bezahlt werden, ein Minus von 2,3 Prozent. Es war zudem das niedrigste Settlement seit sechs Wochen. Brent gab um 0,8 Prozent auf 57,08 Dollar nach.

Quelle: n-tv.de

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