Wirtschaft
Die Konjunkturdaten konnten den Markt nicht in Schwung bringen.
Die Konjunkturdaten konnten den Markt nicht in Schwung bringen.(Foto: dpa)

Zahlenpanne bei Hewlett-Packard: Wall Street mit Mini-Plus

Vorschnell veröffentlichte Quartalszahlen sorgen am Ende einer ruhigen Handelssitzung in New York für Aufregung: Die Nachrichtenagentur Bloomberg schickte die Hewlett-Packard-Zahlen noch vor der Schlussglocke raus.

An der Wall Street haben die Kurse ihren Anstieg fortgesetzt. Die Konjunkturdaten des Tages erfüllten zwar nicht ganz die Erwartungen des Marktes, zeugen aber dennoch davon, dass sich die US-Wirtschaft erholt.

Kurz vor Ende der Börsensitzung meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg überraschend einige Eckdaten aus dem Quartalsausweis von Hewlett-Packard, der eigentlich erst nach der Schlussglocke veröffentlicht werden sollten. Der Umsatz im zweiten Geschäftsquartal verfehlte knapp die Erwartungen des Marktes. Das Ergebnis je Aktie lag zwar über dem unternehmenseigenen Ziel, entsprach aber dem Analystenkonsens. Vor Bekanntwerden der Zahlen notierte die HP-Aktie 1,6 Prozent im Plus, danach gab sie um 2,3 Prozent nach.

Unter den Konjunkturdaten waren die vor der Startglocke bekanntgegebenen wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zwar kräftig gestiegen, doch die Zahl der Bezieher von Arbeitslosenhilfe sank auf den tiefsten Stand seit Beginn der Rezession im Jahr 2007. Das sei ein Signal, dass der US-Arbeitsmarkt sich auf dem Weg der Besserung befinde, hieß es. Der Index der Frühindikatoren und die Daten zum Verkauf bestehender Häuser, jeweils für April, verfehlten die Erwartungen nur knapp.

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,1 Prozent auf 16.543 Punkte. Der S&P-500 gewann 0,2 Prozent und der Nasdaq-Composite 0,6 Prozent. Das Umsatzvolumen war mit 0,58 Milliarden Aktien noch etwas dünner als am Mittwoch, an dem 0,59 Milliarden Aktien gehandelt wurden. Die Zahl der Kursgewinner war mit 2.009 fast doppelt so hoch wie die der Verlierer, die mit 1.101 angegeben wurde. Unverändert schlossen 121 Titel.

Neben den HP-Zahlen beschäftigte eine Megafusion den Markt, die sich in der Tabakbranche abzeichnet. Die beiden Konzerne Reynolds American, eine Tochter von British American Tobacco, und Lorillard sprächen über einen Zusammenschluss, sagte eine informierte Person und fügte an, dass die Verhandlungen schon weit fortgeschritten sein sollen. Zu Reynolds American gehören Marken wie Camel. Lorillard ist für die Marke Lorillard's Newport bekannt.

Ein Zusammenschluss könnte vor allem Platzhirsch Altria unter Druck setzen, hieß es aus dem Handel. Die Altria-Aktie stieg um 0,1 Prozent. Dagegen standen die Lorillard-Papiere deutlich unter Druck, sie verloren 5 Prozent. Auch für die Titel von Reynolds American ging es deutlich um 2,1 Prozent nach unten.

Neue Quartalszahlen kamen auch aus dem US-Einzelhandelssektor - und diese fielen gemischt aus. Die Verluste von Sears hatten sich im ersten Quartal stark ausgeweitet. Gleichzeitig verzeichnete die Handelskette in den USA mit 0,2 Prozent aber ihr erstes flächenbereinigtes Umsatzwachstum seit über einem Jahr. Die Aktie verteuerte sich um 4,2 Prozent.

Die Ergebnisse von Williams-Sonoma hatten dagegen positiv überrascht. Für die Titel ging es deutlich um 8,2 Prozent nach oben.

Am Rohstoffmarkt erholte sich der Goldpreis von den Abgaben des Vortages und näherte sich wieder der Marke von 1.300 Dollar je Feinunze. Hier stützte vor allem, dass die indische Notenbank die Beschränkungen für den Goldimport gelockert hat. Zum Settlement kostete die Feinunze 1.295 Dollar, und damit 0,5 Prozent bzw 6,90 Dollar mehr als am Vortag.

Gewinnmitnahmen drückten den Preis für ein Barrel der Ölsorte WTI nach dem kräftigen Anstieg vom Mittwoch etwas. WTI ermäßigte sich um 0,3 Prozent bzw 0,33 Dollar auf 103,74 Dollar. Die europäische Referenzsorte Brent ermäßigte sich um 0,2 Prozent bzw 0,19 Dollar auf 110,36 Dollar.

Am Devisenmarkt erholt sich der Dollar auf etwa 101,75 Yen, nachdem er zuletzt auf ein Dreimonatstief bei 100,81 Yen gefallen war. Der Euro notierte mit rund 1,3650 Dollar knapp unter dem Niveau des Vortages.

Sinkende Kurse trieben am US-Anleihemarkt die Rendite zehnjähriger Treasurys um einen Basispunkt auf 2,55 Prozent nach oben. Thomas Roth von Mitsubishi UFJ sprach von einer Korrekturbewegung.

Die Auktion inflationsgeschützter zehnjähriger Anleihen traf auf lebhafte Nachfrage. Beobachter führten das darauf zurück, dass in einigen Bereichen der Wirtschaft die Inflation wieder anzieht. Die US-Notenbank dürfte darauf reagieren und schon im kommenden Monat ihre Inflationserwartungen anheben, prognostizierte Torsten Slok, Chief International Economist bei der Deutschen Bank. Die neue Kerninflationsprognose der Federal Reserve für dieses Jahr könnte sogar deutlich über der im März geäußerten Erwartung von 1,4 bis 1,6 Prozent liegen.

Quelle: n-tv.de

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