Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Intel stützt, Irak belastet: Wall Street schließt etwas fester

Die Anleger an den New Yorker Aktienmärkten stecken in der Zwickmühle. Die Situation im Irak und der dadurch ansteigende Ölpreis schüren weitere Konjunktursorgen. Andererseits gefällt der positive Intel-Ausblick.

Nach der jüngsten Talfahrt haben sich die US-Börsen am Freitag leicht erholt. Positive Unternehmensnachrichten wie eine Prognose-Erhöhung von Intel stützten den Markt. Die Islamisten-Offensive im Irak und die Furcht vor einem Abschwung der Weltwirtschaft sorgten aber weiter für Verunsicherung. Der Konflikt im Irak trieb zudem den Ölpreis auf den höchsten Stand seit September, was Konjunktursorgen zusätzlich schürte. Die bislang moderaten Kursrückgänge in dieser Woche zeigten aber, dass der Aufwärtstrend grundsätzlich noch in Takt sei, sagten Analysten.

Kämpfer der Gruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (Isil) hatten Anfang der Woche die nordirakische Millionenstadt Mossul überrannt und rückten in Richtung der Hauptstadt Bagdad vor. Die wichtigsten Ölverlade-Anlagen befinden sich allerdings im Süden rund um Basra. Dort werden täglich rund 2,6 Millionen Barrel Rohöl umgeschlagen. Um die Islamisten zurückzudrängen, denkt US-Präsident Barack Obama über einen Militäreinsatz nach.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte um 0,2 Prozent auf 16.775 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 0,3 Prozent auf 1936 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann ebenfalls 0,3 Prozent auf 4310 Punkte.

Auf Unternehmensseite standen an der Wall Street Technologiewerte im Blickfeld, nachdem Intel seine Umsatzprognose erhöht hatte. Der weltgrößte Chiphersteller profitiert von einer überraschend kräftigen Erholung am PC-Markt. Nachdem Microsoft seine Unterstützung für das alte Betriebssystem Windows XP eingestellt hatte, nutzen vor allem Firmen die Software-Umstellung auch für den Kauf neuer Computer. Die Intel-Aktie kletterte fast sieben Prozent.

Mit einem Plus von rund 48 Prozent legten allerdings die Titel von OpenTable einen Riesensatz hin. Das Internet-Reiseportal Priceline will den Anbieter von Online-Tischreservierungen in Restaurants für 2,6 Milliarden Dollar in bar kaufen.

Zu den Gewinnern zählten auch die Papiere von Tesla mit einem Aufschlag von 1,1 Prozent. Der Elektroauto-Pionier kündigte an, Konkurrenten seine Patente zugänglich zu machen, um der Branche einen Schub zu verleihen.

Gedeckelt wurden die Kursaufschläge auch von unerwartet schwachen Konjunkturdaten. Die Stimmung der US-Konsumenten trübte sich im Juni überraschend ein. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen sank nach vorläufigen Daten um 0,7 auf 81,2 Punkte, wie Thomson Reuters und die Universität Michigan mitteilten. Ökonomen hingegen hatten mit einem leichten Anstieg auf 83,0 Punkte gerechnet.

Quelle: n-tv.de

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