Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Wieder ein Rekordhoch: Wall Street schließt fester

Grüne Zahlen an Gründonnerstag: An den US-Börsen geht es trotz nicht gerade günstiger Konjunkturdaten weiter bergauf. Zypern, Italien - die Ereignisse jenseits des Atlantiks lassen die Anleger kalt. Man orientiert sich an guten Nachrichten, die kommen von der OECD.

Trotz enttäuschender US-Konjunkturdaten haben sich die Aktienkurse an der Wall Street mit Aufschlägen in das Osterwochenende verabschiedet und dabei auf neuen Rekordhochs geschlossen. Die Aktien folgten dem Euro nach oben, wie Händler sagen. Die Gemeinschaftswährung wiederum machte Boden gut, nachdem die Wiedereröffnung der zyprischen Banken ohne Zwischenfälle vonstattengegangen ist.

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,4 Prozent auf 14.579 Punkte und markierte damit auf Schlusskursbasis ein Rekordhoch. Das Verlaufshoch von 14.585 Punkten bedeutete ebenfalls einen neuen Rekord. Der S&P-500 legte um 0,4 Prozent auf 1.569 Punkte zu und überstieg damit den bisherigen Rekordschlussstand von 1.565 Punkten aus dem Oktober 2007. Bis zum Verlaufsrekordhoch bei 1.576 hat der Index jedoch noch etwas Luft. Der Nasdaq-Composite rückte um 0,3 Prozent auf 3.268 Punkte vor. Am Karfreitag bleiben die US-Finanzmärkte geschlossen. Der Handel wird am Montag wieder aufgenommen.

Die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten und die Revision der BIP-Daten zum vierten Quartal fielen etwas schwächer als vorhergesagt aus. Auch der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago verfehlte die Erwartungen. Trotzdem herrschte Zuversicht, dass die US-Wirtschaft auf Erholungskurs ist. Gestützt wurde diese Hoffnung von der OECD. Die Organisation vertritt die Auffassung, dass die Wirtschaft der wichtigsten Industrieländer zu Jahresbeginn auf den Wachstumspfad zurückgekehrt ist. Getragen werde das Wachstum von den USA, deren Wirtschaft in den ersten zwei Quartalen um 3,5 bzw. 2,0 Prozent wachsen soll.

Unbeeindruckt zeigten sich die US-Märkte von den jüngsten politischen Entwicklungen in Italien. Dort ist der Chef des Mitte-Links-Bündnisses, Pier Luigi Bersani, mit der Regierungsbildung gescheitert. Die Gespräche mit den anderen Parteien hätten zu keinem Ergebnis geführt, sagte er am Abend nach einem Treffen mit Staatschef Giorgio Napolitano, der ihm den Auftrag zur Regierungsbildung am vergangenen Freitag erteilt hatte.

Der Euro eroberte die Marke von 1,28 US-Dollar zurück und kostete im späten US-Geschäft rund 1,2820 Dollar. Hier würden Leerpositionen eingedeckt, sagten Händler. Am Anleihemarkt zeigten sich die Notierungen wenig verändert, nachdem die Auktion siebenjähriger Notes auf geringes Interesse gestoßen war. Zehnjährige Treasurys rentierten mit 1,85 Prozent. Am Mittwoch hatten die US-Anleihen von der Flucht der Anleger in sichere Häfen profitiert. Der Anleihehandel endete am Donnerstag wegen des bevorstehenden Osterwochenendes schon zwei Stunden früher.

Auch Gold stand nicht mehr so sehr in der Gunst der Anleger. Die Feinunze gab um 0,7 Prozent auf 1.594,80 Dollar nach, nachdem am Vortag noch 1.605 Dollar gezahlt worden waren. Der WTI-Ölpreis stieg im Gefolge der Aktienmärkte um 0,7 Prozent bzw 0,65 Dollar auf 97,23 Dollar. Die europäische Referenzsorte Brent verteuerte sich um 0,3 Prozent bzw 0,33 Dollar auf 110,02 Dollar.

Apple-Aktien reagierten mit einem Kursverlust von 2,0 Prozent auf Berichte, laut denen das Unternehmen im zweiten Quartal nur noch zehn Millionen Exemplare des iPad mini ausliefern wird. Zuvor waren es zwölf Millionen. Zum einen bereite Apple die Markteinführung des iPad mini der neuen Generation im dritten Quartal vor, zum anderen erwachse dem Unternehmen Konkurrenz aus dem 7-Zoll-Android-Tablet.

Aktien von Blackberry hatten zunächst deutlich zugelegt, nachdem das Unternehmen für das vierte Geschäftsquartal überraschend einen Gewinn ausgewiesen hatte. Analysten hatten einen Verlust erwartet. Kurz vor Handelsschluss drehten die Aktien aber ins Minus und schlossen um 0,8 Prozent niedriger.

Der Kurs von Biogen Idec stieg um 5,4 Prozent. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat dem Multiple-Sklerose-Medikament des Biotechnologieunternehmens die Marktzulassung erteilt.

Die Aktien von MetroPCS legten um 3,5 Prozent zu. Das Unternehmen hatte eine Warnung des Institutional Shareholder Services (ISS) vor dem Zusammenschluss mit T-Mobile USA als unberechtigt zurückgewiesen.

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Quelle: n-tv.de

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