Wirtschaft
"Mäßig bis moderat": Die US-Wirtschaft wächst immerhin.
"Mäßig bis moderat": Die US-Wirtschaft wächst immerhin.(Foto: AP)

Die Fed und die Daten: Wall Street schließt fester

In den USA wagen sich die großen Börsenbarometer ins Plus. Immerhin. Die Fed ist dabei noch immer das berühmte Zünglein an der Waage. Gleichzeitig blicken die Anleger schon voraus - nicht nur bei so manchem Einzelwert.

Ganz im Bann der Fed-Politik stand die Wall Street am Donnerstag. Nachdem frische Konjunkturdaten einmal mehr überwiegend freundlich ausgefallen sind, wird ein erstes Umsteuern in der Geldpolitik bereits im September immer wahrscheinlicher. Die wöchentlichen Daten zum Arbeitsmarkt überzeugten ebenso wie der ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe. Die Musik spielte weniger bei Aktien, im Blick standen Devisen, Gold und Anleihen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte knapp 0,1 Prozent zu auf 14.937 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 stieg ebenfalls um 0,1 Prozent auf 1655 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq sogar um 0,3 Prozent auf 3658 Stellen. In Frankfurt war der Dax 0,5 Prozent fester bei 8235 Stellen aus dem Handel gegangen.

Ein Bündel an Konjunkturdaten hatte am Morgen (Ortszeit New York) Hoffnungen auf neue, positive Impulse für den Aktienhandel geweckt. Die neuen Jobdaten fielen dann jedoch wenig überraschend aus und lieferten den Anlegern kaum neue Hinweise darauf, wann die Währungshüter der Federal Reserve (Fed)  damit beginnen wollen, ihre Konjunkturhilfen langsam wieder zurückzufahren. Mehr Aufschlüsse soll der monatliche Arbeitsmarktbericht der Regierung geben, der am Freitag veröffentlicht wird.

Die US-Industrie erhielt im Juli offiziellen Daten zufolge weniger Aufträge als im vorangegangenen Monat. Der Rückgang betrug 2,4 Prozent, teilte das Handelsministerium in Washington mit. Das war das stärkste Minus seit vier Monaten. Im Vorfeld befragte Ökonomen hatten sogar einen Rückgang von 3,3 Prozent erwartet. Alle wichtigen Branchen kämpften mit einer sinkenden Nachfrage. Der Rückgang traf damit Hersteller von Computern ebenso wie Auto- oder Maschinenbauer. Deutlich besser läuft es bei den Dienstleistern. Der Einkaufsmanagerindex (Service) kletterte im August um 2,6 auf 58,6 Punkte. Das ist der höchste Stand seit fast acht Jahren, teilte das Institute for Supply Management mit. Damit liegt das Barometer deutlich über der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert.

Die neuen Konjunkturdaten mischten sich an der Wall Street mit den gepolitischen Unwägbarkeiten der Syrien-Krise: Ungewissheit herrschte an den Börsen darüber, wann es zu dem erwarteten US-Militärschlag gegen die syrische Regierung kommen wird und welche Folgen sich daraus ergeben. "Wir warten auf den Arbeitsmarktbericht, und wir warten auch, wie es mit Syrien weitergeht", fasste Investmentstratege Tim Ghriskey von Solaris Group die Stimmungslage unter seinen Kollegen zusammen.

Von Blackberry bis Linkedin

Die Aktie von Blackberry steigerte sich um 2,3 Prozent. Laut Medienberichten will der Smartphone-Hersteller bis November einen neuen Eigentümer finden - ähnlich wie bereits die Handysparte von Nokia unlängst an Microsoft verkauft wurde. Bereits im August hatte Blackberry mitgeteilt, nach strategischen Alternativen Ausschau zu halten.

Papiere von Groupon legten 3,5 Prozent zu, nachdem Morgan Stanley den Online-Rabattvermittler auf "Overweight" hochgestuft hat. Die Bank sieht hohes Wachstum bei den Marktanteilen und große Marktchancen. Ähnlich bei Yelp, für die Morgan Stanley die Prognosen hochnimmt. Die Aktie gewann 5,3 Prozent.

Die Aktien von Linkedin stiegen 3,9 Prozent, nachdem die Kapitalerhöhung auf 1,2 Milliarden Dollar aufgestockt worden ist. Für die Zeichner der neuen Aktien bedeutet dies einen schnellen Gewinn, denn sie haben nur 223 Dollar pro Stück gezahlt. Das Business-Netzwerk hatte die Kapitalerhöhung am Dienstag angekündigt, gerade als die Aktie auf ein Rekordhoch von 246,13 Dollar geklettert war. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs verdoppelt und seit dem Börsengang im Mai 2011 zu 45 Dollar verfünffacht.

Quelle: n-tv.de

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