Kauflaune steigtWall Street schließt freundlich
Eine große Nachfrage nach Finanz- und Technologiewerten beschert den US-Börsen ein Plus. Schnäppchenjäger sichern sich Anteile an Instituten, die sich mit staatlicher Hilfe stabilisiert haben. Sie gelten an der Börse inzwischen als unterbewertet.
Berichte über Übernahmen schürten die Zuversicht, dass nach den klammen Phasen der Finanzkrise wieder Geld für langfristige Investitionen da ist. Für Optimismus sorgte die Nachricht, dass die die Lagerbestände im US-Großhandel im Januar überraschend verkleinert wurden.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gewann 0,03 Prozent auf 10.567 Punkte. Im Handelsverlauf pendelte er zwischen 10.526 und 10.601 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 0,4 Prozent auf 1.145 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg 0,8 Prozent und ging mit 2.359 Punkten aus dem Handel. Dank positiver Unternehmensnachrichten schloss der Dax in Frankfurt 0,9 Prozent höher bei 5.936 Punkten.
"Die Lagerbestände zeigen, dass sich die Wirtschaft erholt", sagte Angel Mata von Stifel Nicolaus. Der Dow wurde allerdings von einem Kursminus des Ölkonzerns Chevron belastet. Nach einer morgendlichen Rally gab der Ölpreis leicht nach, was die Hoffnungen auf Zugewinne des Konzerns dämpfte.
Bank-Anteile profitierten vom optimistischeren Blick auf die Wirtschaftslage. Aktien der Citigroup verteuerten sich um mehr als drei Prozent, AIG um mehr als zehn Prozent. Beide Finanzkonzerne waren von der US-Regierung mit Milliardenhilfen gestützt worden. Anteile von JPMorgan Chase gewannen 1,2 Prozent. Auch die Kurse der nach wie vor schwer angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac stiegen um 2,8 Prozent beziehungsweise 2,3 Prozent. "Die meisten ökonomischen Daten sind positiv. Die natürliche Schlussfolgerung ist, dass Finanz-Werte profitieren werden", fügte Mata hinzu.
Technologie-Papiere stiegen im Wert, nachdem der weltgrößte Netzwerk-Ausrüster Cisco mit einem neu vorgestellten Internet-Router auf ein vermehrtes Surfen mit Smart-Phones setzt.
Aufmerksam verfolgten die Anleger zudem Besitzerwechsel in verschiedenen Branchen. "Übernahmen und Zusammenschlüsse nehmen zu, was ein Zeichen der Zuversicht ist. In den Chefetagen sieht man besseren Zeiten entgegen", sagte Michael Sheldon von RDM Financial. Der US-Konzern Abbott kauft für knapp eine halbe Milliarde Dollar den Biotechnologie-Experten Facet, mit dem er an einem Multisklerose-Mittel arbeitet. Das Nachsehen hat damit Biogen, die einen feindlichen Übernahmeversuch für Facet gestartet hatten. Abbott-Aktien legten ein knappes halbes Prozent zu, Facet-Papiere verteuerten sich um 66 Prozent. Biogen notierte 1,5 Prozent im Plus. Zugleich vereinbarte Medienberichten zufolge der Finanzinvestor Apollo den Kauf der Immobilien-Investmentsparte der Citigroup.
An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,14 Mrd. Aktien den Besitzer. 2040 Werte legten zu, 985 gaben nach und 130 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,49 Mrd. Aktien 1724 im Plus, 957 im Minus und 106 unverändert.
An den US-Kreditmärkten verloren die zehnjährigen Staatsanleihen auf 99-06/32. Sie rentierten mit 3,7234 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gingen auf 99-30/32 zurück und hatten eine Rendite von 4,6902 Prozent.