Wirtschaft
Die Händler an der Wall Street schauen unsicher in die Zukunft. Den Kursen geht die Puste aus.
Die Händler an der Wall Street schauen unsicher in die Zukunft. Den Kursen geht die Puste aus.(Foto: picture alliance / dpa)

Fehlende Kaufgründe: Wall Street stoppt Rally

Die New Yorker Börse jagte zuletzt von Rekordhoch zu Rekordhoch, doch nun ist damit erst einmal Schluss: Die Kurse stagnieren bzw. fallen, der Wall Street fehlt die Kraft für weitere Gewinne. Es fehlen die positive Impulse.

Nachdem die Aktienkurse an der Wall Street mehrere Tage in Folge von Rekord zu Rekord geklettert waren, erlebten sie zur Wochenmitte einen Rücksetzer. Es gebe derzeit ganz einfach keine Kaufargumente, sagten Händler. Enttäuschende Daten zur europäischen Industrieproduktion und heftige Kursverluste an den Börsen auf dem alten Kontinent waren alles andere als ermutigende Signale. In den USA wurden weder Konjunkturdaten noch Unternehmensnachrichten veröffentlicht, die dem etwas hätten entgegensetzen können. Was lag da näher, als Gewinne mitzunehmen?

Der Dow-Jones-Index verlor 3 Punkte auf 17.612 Punkte. Der S&P-500 gab um 0,1 Prozent nach, während der Nasdaq-Composite um 0,3 Prozent stieg. Das Umsatzvolumen, das am Dienstag mit 0,61 Milliarden Aktien wegen des Feiertags Veterans Day ziemlich dünn war, belebte sich auf 0,72 Milliarden. Den 1.711 Kursgewinnern standen 1.452 -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 101 Titel.

Staatsanleihen, die am Dienstag wegen des Feiertags nicht gehandelt worden waren, profitierten anfangs von den Verlusten der Aktienmärkte. Allerdings bröckelten die Kursgewinne bald. Nachdem die Auktion zehnjähriger Anleihen auf nur mäßiges Interesse gestoßen war, fielen die Kurse zeitweise in negatives Terrain. Die Rendite zehnjähriger Anleihen zeigte sich im späten US-Handel unverändert bei 2,36 Prozent.

Der Goldpreis gab anfängliche Gewinne ebenfalls wieder ab. Der Preis für die Feinunze sank zum Settlement um 0,3 Prozent bzw 3,90 Dollar auf 1.159,10 Dollar. Beobachter erklärten den Preisrückgang mit der leichten Erholung des US-Dollar zum Euro.

Der Dollar wiederum profitierte von den enttäuschenden Daten zur Industrieproduktion in der Eurozone. Die Gemeinschaftswährung wurde im späten US-Handel mit rund 1,2430 Dollar bezahlt. Die Musik machte aber das Pfund Sterling. Es geriet stark unter Druck, als die Bank of England am Vormittag mitteilte, dass sie mittelfristig mit einer "merklich" niedrigeren Inflation rechnet. Von Kursen um 1,5940 Dollar je Pfund fiel es auf etwa 1,5780. Der Euro stieg in der Spitze um fast einen Pence auf rund 0,7890 von 0,78 Pfund, kam dann aber leicht zurück auf 0,7880 Pfund.

Das Überangebot an Öl drückte abermals die Preise für das schwarze Gold. Der Preis für das Barrel Rohöl der US-Sorte WTI fiel um 1,0 Prozent bzw. 0,76 Dollar auf 77,18 Dollar. Die europäische Sorte Brent verbilligte sich um 1,6 Prozent bzw 1,29 Dollar auf 80,38 Dollar. Die Förderung auf dem größten libyschen Ölfeld war am Mittwoch wieder aufgenommen worden. Sie war nach einem Angriff in der vergangenen Woche unterbrochen worden. Da half es auch nicht, dass Saudi-Arabien nach Angaben der OPEC im Oktober weniger Öl gefördert hat. Die US-Regierung wird die wöchentlichen Daten zu ihren Ölvorräten am Donnerstag veröffentlichen. Die Veröffentlichung verschiebt sich wegen des Feiertags am Dienstag um einen Tag.

An der Börse fielen die Aktien von J.P. Morgan um 1,3 Prozent. Auf dem Kurs lastete zum einen ein negativer Analystenkommentar. Bernstein hat JPM auf "Market Weight" zurückgestuft, weil die Analysten nach dem guten Lauf der Aktie kurzfristig kein Potenzial mehr sehen. Dazu kommt, dass JPM und die Citigroup zu jenen Banken gehören, die wegen Manipulationen des Devisenhandels insgesamt rund 3,3 Milliarden Dollar an Regulierungsbehörden in den USA, Großbritannien und der Schweiz zahlen. Für die Aktie der Citigroup ging es um 0,7 Prozent nach unten.

Einen Sprung nach oben um über 8 Prozent machte derweil die Aktie von Fossil. Der Hersteller von Uhren und modischen Accessoires hat mit einem Quartalsgewinn von 1,96 Dollar je Aktie und einem Umsatz von 894,5 Millionen die Schätzungen der Analysten klar übertroffen. Die Aktien von Macy's schafften ein Plus von gut 5 Prozent, obwohl der Einzelhandelskonzern nicht nur mit seinem Quartalsumsatz, sondern auch mit dem Ausblick enttäuscht hatte. Das Ergebnis im Quartal sei nicht so schlecht wie befürchtet ausgefallen, erklärten Beobachter den Kursgewinn der Aktie.

Nach Börsenschluss wollte Cisco über den Verlauf des ersten Geschäftsquartals berichten. Anleger waren offenbar skeptisch, was die Zahlen anging; die Aktie zeigte sich knapp behauptet.

Quelle: n-tv.de

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