Wirtschaft
An der Wall Street ist abwarten angesagt.
An der Wall Street ist abwarten angesagt.(Foto: REUTERS)

Börsen-Fusion und Haushaltsstreit: Wall Street zuckt nach oben

Nach den dicken Minuszeichen am Mittwoch gehen es die US-Börsen gemächlich an. Stabilisierung heißt das Zauberwort. Die Kurse liegen leicht im Plus, werden aber vom andauernden Haushaltsstreit gebremst. Zudem sorgt eine Branchennachricht für Wirbel.

Brummende Konjunktur, Haushaltspoker, Megafusion: der Wall Street hat es am Donnerstag nicht an Themen gefehlt. Doch erst im Späthandel kamen die Investoren aus der Reserve und kauften Aktien. Letzter Stand im Haushaltsstreit: Der führende Republikaner Boehner will weiter mit Präsident Obama verhandeln, auch wenn er seinen sogenannten "Plan B" noch in der Nacht zur Abstimmung im Repräsentantenhaus bringen möchte. Boehner will Steuererhöhungen auf Einkommen über eine Million Dollar begrenzen. Obama hat den Plan bereits abgelehnt. Ursprünglich sollte die Abstimmung früher erfolgen. "Wenn Boehner die Stimmen schon hätte, wäre die Abstimmung schon am Nachmittag erfolgt", meinte Dan Greenhaus von BTIG LLC.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsende mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 13.311 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1443 Punkten, ein Aufschlag von 0,6 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,2 Prozent und ging mit 3050 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt ging der Dax 0,1 Prozent fester bei 7672 Punkten aus dem Handel.

Im Blickpunkt stand erneut der Haushaltstreit. "Je näher wir uns ohne Einigung dem Jahresende nähern, desto stärker verfliegt der Optimismus", sagte Analyst Todd Schoenberger von LandColt Capital. "Bis zu einem Deal kann der Markt stark schwanken."  Marktstratege Quincy Krosby von Prudential Financial äußerte sich zuversichtlich. Er verwies darauf, dass es keine massiven Verkäufe gebe. "Der Markt glaubt weiter, dass es irgendeine Ankündigung geben wird", sagte Krosby.

Ein Hoffnungsschimmer kam von der Konjunkturfront: Die US-Wirtschaft wuchs im vergangenen Quartal mit 3,1 Prozent stärker als in der zweiten Schätzung von 2,7 Prozent angenommen. Im zweiten Quartal lag das Plus lediglich bei 1,3 Prozent. Dagegen fiel die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe schlechter aus als erwartet.

Auf Unternehmensseite im Blickpunkt standen die Börsenbetreiber ICE und Nyse. Die Derivate-Börse IntercontinentalExchange (ICE) greift für rund 8,2 Mrd. Dollar nach der traditionsreichen New York Stock Exchange und will mit der Übernahme zu einem neuen Weltmarktführer für Handelsplattformen aufsteigen. Die Aktien der Nyse schossen um ein Drittel in die Höhe. Die ICE-Papiere stiegen 0,4 Prozent.

2,5 Prozent tiefer wurden dagegen Anteilsscheine des Pharmakonzerns Merck & Co's gehandelt. Der Cholesterinmedikament Tredaptive konnte in einer wichtigen Studie nicht überzeugen. Nun droht eine Entzug der Lizenz für Europa, was einem herben Schlag für die Reputation gleichkäme.

Bei den Einzelwerten belastete außerdem ein zurückhaltender Ausblick die Aktie der Möbelhauskette Bed Bath & Beyond. Das Unternehmen rechnet im 4. Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 1,60 bis 1,67 Dollar und für das Gesamtjahr weiter mit 4,48 bis 4,54 Dollar. Die aktuellen Konsensschätzungen liegen dagegen bei 1,75 beziehungsweise 4,62 Dollar. Die zugleich vorgelegten Zahlen für das 3. Quartal waren gemischt ausgefallen. Beim Umsatz lagen sie knapp unter, beim Gewinn knapp über den kursierenden Schätzungen. Die Aktie verlor knapp 9 Prozent.

Im Dauerclinch mit Samsung musste der iPhone-Hersteller Apple eine weitere Schlappe hinnehmen. Das US-Patentamt wies nun sämtliche Patentansprüche Apples auf die so genannte Pinch-to-Zoom-Funktion ab - dabei hatte der iPhone-Hersteller nicht zuletzt unter anderem auf Grundlage eben dieses Patents vor Gericht hohen Schadenersatz von seinem Erzrivalen Samsung erstritten. Die Apple-Aktie gab leicht nach.

Nach der Schlussglocke wird Nike noch Rechenschaft über das zweite Quartal ablegen. Im Vorfeld zeigt sich die Aktie des Sportartikel-Herstellers mit einem Plus von 1,3 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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