Wirtschaft
(Foto: dapd)

Dax-Vorschau: Warten auf Athen-Showdown

Kommt nun das zweite große Rettungspaket für Griechenland? Die Börsianer schauen gebannt nach Brüssel, wo am Montag darüber entschieden werden soll. Zudem gibt es einige Unternehmenszahlen und den Ifo-Index.

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"Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehn!" Vielen Investoren dürfte das Zitat aus Goethes Faust aus der Seele sprechen. Seit Monaten hält der Poker um weitere Milliarden für Griechenland die Anleger in Atem und zerrt an deren Nerven. Am Montag nun soll die Eurogruppe in Brüssel über neue Hilfen im Volumen von mindestens 130 Milliarden Euro entscheiden. Für den Aktienmarkt dürfte dieses Votum die Richtung vorgeben.  

"Sollte sich die Eurogruppe auf ein Ja zu dem zweiten Rettungspaket einigen, dann wäre das ein positives Signal an die Märkte, und der Dax könnte stante pede die 7000 Punkte nehmen", sagt Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank. "Wenn es keine Einigung gibt, wäre das aber auch nicht tragisch, dann wursteln wir halt mit der Belastung im Nacken weiter vor uns hin."    

Große Sprünge trauen Aktienstrategen dem Dax dann allerdings nicht mehr zu. Nach der steilen Rally seit Jahresbeginn sei die "psychologische Hürde" der 7000 Punkte sehr hoch. "Die kräftigen Kurssteigerungen seit Herbst vergangenen Jahres haben dazu geführt, dass bei zahlreichen Marktteilnehmern deutliche Gewinne aufgelaufen sind", schreibt die Landesbank Berlin. "Eine verstärkte Neigung zu Gewinnmitnahmen sollte somit nicht überraschen."     

In der alten Woche hat der Leitindex noch einmal zwei Prozent gewonnen. Am Freitag setzten Investoren darauf, dass sich die Eurogruppe auf das neue Rettungspaket einigen wird und trieben den Dax auf ein Jahreshoch von 6853 Punkten. Das Plus seit Jahresbeginn liegt bei 16 Prozent. Dass die Börse trotz der Griechenland-Krise so stark zulegen konnte, führen Experten auf die großzügige Geldversorgung der Banken durch die EZB zurück.      

Bilanzsaison läuft auf Hochtouren     

Wichtige Signale zum Zustand der Wirtschaft versprechen sich Investoren von der auf Hochtouren laufenden Bilanzsaison. Besonders spannend dürften am Donnerstag die Zahlen und die Pressekonferenz der Commerzbank werden. Dabei erhoffen sich Börsianer Hinweise auf die Zukunft der defizitären Tochter Eurohypo. Insidern zufolge will die Commerzbank das Immobilien-Geschäft radikal zusammenstreichen und den Rest der Eurohypo in den Konzern integrieren. Diesem Plan muss die EU zustimmen.    

Daneben steht die Woche ganz im Zeichen der Telekommunikation. Am Donnerstag wollen neben der Deutschen Telekom auch Telekom Austria und Telecom Italia Geschäftszahlen vorlegen. Einen Tag vorher gewährt bereits die France Telecom Einblick in die Bücher. Aber es gibt auch noch weitere Dax-Konzerne, die ihre Zahlenwerke präsentieren: Den Anfang machen Fresenius und Fresenius Medical Care (FMC) am Dienstag. Am Donnerstag folgt die Allianz. Tags darauf verabschiedet BASF die Investoren mit seinen Ergebnissen ins Wochenende.        

Kursrelevante Konjunkturdaten stehen wenige auf dem Terminplan. Höhepunkt dürfte der am Donnerstag anstehende Ifo-Index sein. Zuletzt hatte das Stimmungsbarometer der deutschen Unternehmen ermutigende Zeichen gesendet. Der am Dienstag veröffentlichte ZEW-Index für Februar hatte diesen Trend bestätigt. Die Wall Street bleibt am Montag wegen eines Feiertages (Presidents Day) geschlossen.

Quelle: n-tv.de

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