Wirtschaft

Dollarschwäche hilft Rohstoffen: Weizenpreis sackt ab

Regenfälle freuen die Bauern, die höhere Ernteerträge erwarten. An den Rohstoffmärkten sorgt das kühle Nass indes für fallende Preise bei Weizen. Analysten zufolge ist der Preisrutsch aber gedeckelt. Ganz anders bei Öl und Gold. Dort wirkt sich der schwache Dollar positiv aus.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Weizenpreis hat am Dienstag weiter nachgegeben. Mit 224,50 Euro kostete eine Tonne an der Pariser Euronext gut 2 Prozent weniger als am Vortag. "Ich denke aber nicht, dass der Preis noch unter 200 Euro fallen wird", erklärte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Dafür seien die wetterbedingten Ernteausfälle dies- und jenseits des Atlantiks doch zu stark.

Allerdings hätten die Regenfälle in Frankreich und Deutschland sowie die Beruhigung der Wetterkapriolen in den US-Anbaugebieten die Lage etwas verbessert. Der US-Weizen verbilligte sich im Verlauf ebenfalls etwas, nachdem er zunächst noch gestiegen war.

Dollar-Schwäche hilft

Die Talfahrt des Dollar stützte indes die Preise für Öl sowie Industrie- und Edelmetalle gestützt. So kosteten ein Fass US-Leichtöl der Sorte WTI und Nordseeöl der Sorte Brent mit 99,12 Dollar beziehungsweise 114,80 Dollar je etwa 0,2 Prozent mehr als am Vortag.

Gold notierte mit 1548,36 Dollar je Feinunze ebenfalls 0,3 Prozent im Plus, und Kupfer kostete mit 9150 Dollar je Tonne 0,2 Prozent mehr als am Vorabend. Für Anleger aus dem Nicht-Dollar-Raum werden Rohstoffe umso attraktiver, je niedriger der Dollar notiert.

Rohstoffpreise im Mai gesunken

Die Rohstoffpreise waren insgesamt im Mai leicht gesunken. Der Index des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) war im vergangenen Monat in Dollar gerechnet um sechs Prozent rückläufig, wie das Institut mitteilte. Noch im April hatten die Rohstoffpreise den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren erreicht, vor allem dank des teuren Rohöls. Der steile Aufwärtstrend des Jahres 2010 hat sich jedoch bei den meisten Rohstoffen nicht fortgesetzt.

Im Jahresvergleich sind die meisten Rohstoffe dagegen erheblich teurer, vor allem Getreide (plus 78 Prozent), Wolle (88 Prozent) und Baumwolle (87 Prozent). Der Preis für Rohöl liegt um 52 Prozent über dem von Mai 2010. In Euro fallen die Preissteigerungen deutlich moderater aus. Die Wirtschaftsexperten des HWWI führen die Rückgänge im Mai auf gedämpfte Wachstumserwartungen zurück.

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Quelle: n-tv.de

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