Wirtschaft
Dow unter 17.000: Was wird erst passieren, wenn der US-Leitzins steigt?
Dow unter 17.000: Was wird erst passieren, wenn der US-Leitzins steigt?(Foto: dpa)

Wall-Street-Vorschau: Woche der Weichenstellungen

An der New Yorker Wall Street zeichnen sich ereignisreiche Tage ab. Nach dem jüngsten Rutsch unter die Dow-Marke von 17.000 Punkten hoffen Börsianer auf neue Anhaltspunkte zur US-Geldpolitik. Zahlen gibt es unter anderem von Pfizer und Reynolds.

Wie steht es wirklich um die US-Wirtschaft? Und wann genau müssen sich Anleger auf die bevorstehende Zinswende der Fed einstellen? Antworten auf diese Fragen könnten in der kommenden Woche fallen. Das Interesse der Anleger richtet sich Analysten zufolge bereits seit Tagen auf das anstehende Treffen der US-Währungshüter aus.

Die Mitglieder des für Leitzins-Entscheidungen maßgeblichen Offenmarktausschusses der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) kommen am Dienstag zu ihrer regulären, zweitägigen Sitzung zusammen. Erste Ergebnisse des Treffens werden für Mittwochabend (20.00 Uhr, MESZ) erwartet.

Yellen spricht am Mittwoch

Die Sitzung der US-Geldpolitiker steht unter der Leitung von Fed-Chefin Janet Yellen, die seit Jahresbeginn die politischen Linien ihres Amtsvorgängers Ben Bernanke fortführt. Demnach ist mit einer weiteren schrittweisen Reduzierung der monatlichen Wertpapierkäufe um zehn Milliarden Dollar zu rechnen.

Der US-Leitzins dürfte den Erwartungen der Marktteilnehmer zufolge zunächst unverändert nahe Null bleiben. Analysten der US-Großbank Goldman Sachs hatten Anleger in einer Empfehlung allerdings auf eine womöglich vorgezogenene Zinswende in den kommenden Monaten vorbereitet.

Job Report am Freitag

Neben den Weichenstellungen in der US-Geldpolitik dürften sich Investoren in der kommenden Woche mit einem weiteren konjunkturellen Großereignis auseinandersetzen. Ende der Woche steht der offizielle Regierungsbericht aus Washington zur Lage im US-Arbeitsmarkt an.

Sollte der Job Report für Juli deutlich besser ausfallen als erwartet, dürften strategisch orientierte Anleger größere Veränderungen im Depot vornehmen, um sich auf eine baldige Zinsanhebung im Dollarraum einzustellen. Fed-Mitglieder haben wiederholt darauf hingewiesen, dass sie ihre Zinsentscheidungen im Wesentlichen von der weiteren Erholung der US-Wirtschaft abhängig machen. Der Arbeitsmarkt gilt dabei als einer der wichtigsten Gradmesser.

Tabakdeal am Dienstag

Abgesehen von konjunkturellen und geldpolitischen Fragen läuft in den USA auch die Berichtssaison zum ersten Halbjahr weiter auf Hochtouren. Zur Zahlenvorlage angemeldet haben sich in der kommenden Woche unter anderem der Pharmakonzern Pfizer und der Hersteller von "Camel"-Zigaretten, der US-Konzern Reynolds (jeweils Dienstag). Damit dürfte auch eine größere Übernahme zurück ins Licht der Öffentlichkeit rücken: Reynolds will den Konkurrenten Lorillard für 27,4 Milliarden Dollar übernehmen.

Die US-Börsen hatten vor dem Wochenende Verluste erlitten. Neben Gewinnmitnahmen nach der Rekordjagd des S&P-500-Index bezeichneten Marktexperten eine Reihe enttäuschender Quartalsberichte einiger bekannter Unternehmen und Sorgen über eine Eskalation der Lage in der Ukraine als Belastungfaktoren. Gute US-Konjunkturdaten zeigten am Markt keine nachhaltige Wirkung.

Der Dow-Jones-Index hatte den Freitagshandel 0,72 Prozent im Minus bei 16.960,57 Punkten beendet. Der Wochenverlust von 0,82 Prozent war der höchste für den Leitindex seit Mitte Juni. Der marktbreite S&P-500-Index verlor am Freitag 0,48 Prozent auf 1978,34 Punkte, nachdem er zwei Tage in Folge Höchststände erreicht hatte. Für den Technologiewerte-Index Nasdaq 100 ging es um 0,45 Prozent auf 3965,16 Punkte bergab.

Quelle: n-tv.de

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