Wirtschaft
Bei dem Zahlen-Wirrwarr sollte man schon einmal genauer hinsehen.
Bei dem Zahlen-Wirrwarr sollte man schon einmal genauer hinsehen.(Foto: AP)

Wall Street im Abwärtsmodus: Zahlen-Wirrwarr verschreckt US-Anleger

An den US-Börsen herrscht gedämpfte Stimmung. Auch hier wird der schwache chinesische Einkaufsmanagerindex mit Argwohn betrachtet. Noch enttäuschender fällt aber so mancher Quartalsbericht aus.

Die Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft hat die Wall Street am Donnerstag schwächer schließen lassen. Genährt wurden diese Spekulationen von enttäuschenden Konjunkturdaten aus China und den USA. Immer mehr Anleger fragten sich, ob Aktien nach der Rally der vergangenen Wochen überbewertet seien, sagte Analyst Kash Kamal von Sucden Financial. Auch eine weitere Runde von US-Unternehmenszahlen ließ bei den Händlern keine echte Kauffreude aufkommen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 1,1 Prozent auf 16.197 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 ließ 0,9 Prozent auf 1828 Zähler Federn. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,6 Prozent auf 4218 Punkte. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 9631 Punkten in den Feierabend.

Der von der Bank HSBC ermittelte Konjunkturindex der Einkaufsmanager aus der chinesischen Industrie fiel auf 49,6 Punkte von 50,5 Zählern im Vormonat. Damit lag er erstmals seit sechs Monaten unter der Schwelle von 50 Punkten, die Wachstum signalisiert. In den USA blieb der Absatz bestehender Eigenheime im Dezember mit 4,87 Millionen Einheiten ebenso hinter den Markterwartungen zurück wie die Frühindikatoren (plus 0,1 Prozent).

Zahlen, Zahlen, Zahlen

Bei den Einzelwerten sorgte Netflix für Furore. Die Aktien stiegen um bis zu 18,5 Prozent auf ein Rekordhoch von 395,63 Dollar. Die weltgrößte Online-Videothek hatte einen überraschend hohen Quartalsgewinn ausgewiesen. Außerdem wuchs die Zahl der Kunden um 2,3 Millionen.

Während die Kältewelle in den USA dem Internet-Unternehmen wenig anhaben konnte, blieben viele Amerikaner McDonald's fern. Die Fast-Food-Kette legte erneut enttäuschende Quartalszahlen vor. Die Aktie legte rund 0,5 Prozent zu.

Auf Talfahrt gingen dagegen die in den USA gehandelten Anteilsscheine von Nokia. Die Dividendenpapiere des ehemaligen Handy-Weltmarktführers brachen um 9,5 Prozent ein, da das finnische Unternehmen nach dem Verkauf des Mobiltelefon-Geschäfts im verbliebenen Kernbereich Netzwerk-Technik einen Umsatz- und Gewinneinbruch bekanntgegeben hatte.

Bei ihrem Börsendebüt sprangen die Aktien von Santander Consumer USA zeitweise mehr als 10 Prozent in die Höhe. Die Neumemission bewertet die US-Tochter der spanischen Großbank Santander mit mehr als neun Milliarden Dollar. Santander Consumer vergibt in den USA hauptsächlich Kredite für den Autokauf.

Ebay steigerte zwar Umsatz und Gewinn. Besondere Beachtung fand aber der Streit zwischen dem Management und Carl Icahn über die Zukunft des Bezahldienstes PayPay, das der Großinvestor in eine eigene Gesellschaft auslagern will. Ebay-Titel schlossen 0,9 Prozent im Plus.

IBM-Aktien tendierten 0,3 Prozent im Plus. Der Software-Dienstleister will seine Serversparte an den chinesischen Computer-Konzern Lenovo verkaufen.

Quelle: n-tv.de

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