Wirtschaft

Wie vor 29 Jahren : Zucker auf Rekordhoch

Gestützt von Käufen spekulativ orientierter Anleger nimmt Rohzucker wieder Kurs auf sein 29-Jahres-Hoch vom Montag. Kupfer und Gold setzen dagegen ihre Talfahrt fort, hier werden die Gewinne sicherheitshalber eingesteckt.

Alles auf Zucker: Ein Arbeiter läuft in einer Lagerhalle in Djakarta, Indonesien, über einen Stapel von Zucker-Säcken.
Alles auf Zucker: Ein Arbeiter läuft in einer Lagerhalle in Djakarta, Indonesien, über einen Stapel von Zucker-Säcken.(Foto: REUTERS)

Der März-Terminkontrakt verteuerte sich um 1,2 Prozent auf 29,36 US-Cent je Pfund. Die in London gehandelten Futures auf raffinierten Zucker hielten sich mit 734,70 Dollar je Tonne in Reichweite ihres Rekordhochs von 767 Dollar. Die Ankündigung der EU, in der laufenden Saison 500.000 Tonnen Zucker zusätzlich exportieren zu wollen, bremse aber den Anstieg, sagten Börsianer. Nach schwachen Ernten in den wichtigsten Erzeugerländern Brasilien und Indien kann die anziehende Nachfrage nur schwer befriedigt werden.

Auch die Metalle Antimon und Chrom profitierten von einem weltweit knappen Angebot. "Die Lager unserer Lieferanten sind fast leer", sagte ein Händler. "Sie haben daher keine Eile und warten auf weiter steigende Preise."

Der Angebotsengpass könne sich angesichts des bevorstehenden chinesischen Neujahrsfestes in den kommenden Wochen noch verstärken. Das asiatische Land ist einer der größten Förderer dieser sogenannten strategischen Metalle. Das für feuerfeste Farben verwendete Antimon verteuerte sich auf rund 6.400 Dollar je Tonne von 6.300 Dollar in der Vorwoche. Die Preise werden wegen der wenigen Marktteilnehmer nur einmal wöchentlich ermittelt. Chrom stieg auf 8.550 von 8.350 Dollar. Ein Pfund des als Nahrungsergänzungsmittel oder in der Chip-Herstellung eingesetzten Selen war mit 28,75 Dollar so teuer wie seit Oktober nicht mehr.

Kupfer bewegte sich mit 6.867 Dollar je Tonne in der Nähe seines Sechs-Wochen-Tiefs. Viele Anleger seien verunsichert wegen der Auswirkungen der strafferen chinesischen Geldpolitik auf die Weltwirtschaft und nähmen Gewinne mit, sagten Börsianer. Kupfer ist trotz der jüngsten Kursverluste mehr als doppelt so teuer wie noch vor Jahresfrist.

Unter Verkaufsdruck stand auch Gold. Eine Feinunze (31,1 Gramm) kostete mit 1.083,10 Dollar oder 775,73 Euro etwa 0,3 Prozent weniger als am Vortag. Das Edelmetall leide unter der aktuellen Stärke des Dollar, betonten Händler. Die Aufwertung der US-Währung macht es für Investoren außerhalb der USA teurer.

Der Ölpreis stabilisierte sich unterdessen. Die beiden führenden Öl-Sorten Brent und WTI lagen jeweils fast unverändert bei 72,18 beziehungsweise 73,67 Dollar je Barrel (159 Liter). "Öl holt etwas Luft nach einem ziemlich großen Rückgang in den vergangenen Wochen", sagte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. In den vergangenen zwei Wochen hat sich WTI um rund zehn Dollar verbilligt. "Aber die Stimmung bei den Händlern hat gedreht, sie suchen jetzt nach Gründen zu verkaufen, statt zu kaufen", fügte Weinberg hinzu. Die Unsicherheit über die Erholung der Weltwirtschaft erweise sich als wesentlicher Belastungsfaktor für den Ölpreis.

Quelle: n-tv.de

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