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GDL streikt, der Chef kurtÄrger um Manfred Schell

18.10.2007, 12:14 Uhr

"Ich habe keine ernsthafte Erkrankung. Aber nach 50 Jahren im Berufsleben, ohne einen Tag gefehlt zu haben, habe ich gedacht: Jetzt ist es auch mal Zeit für eine Kur", so Manfred Schell.

Angesichts der erneuten Streiks bei der Bahn wächst der Unmut über den Kur-Aufenthalt des GDL-Vorsitzenden Manfred Schell. Die Bahngewerkschaft GDBA und der Fahrgastverband ProBahn fordern die Rückkehr Schells an den Verhandlungstisch.

"Wenn man kämpfen will, muss man richtig kämpfen und vor Ort sein", sagte der ProBahn-Vorsitzende Karl-Peter Naumann laut "Bild"-Zeitung. Der GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel verlangte dem Blatt zufolge indirekt sogar Schells Rücktritt.

"Der Fortgang der Verhandlungen kann nicht davon abhängen, ob Herr Schell zur Kur muss oder nicht", wird Hommel zitiert. Wenn der "augenblickliche Hickhack" weitergehe, müsse sich die GDL fragen lassen, ob sie noch den richtigen Vorstand habe, sagte der GDBA-Vorsitzende dem Bericht zufolge.

"Quasi zum Abschied"

Schell selbst verteidigte seinen Kur-Aufenthalt am Bodensee. "Ich habe keine ernsthafte Erkrankung. Aber nach 50 Jahren im Berufsleben, ohne einen Tag gefehlt zu haben, habe ich gedacht: Jetzt ist es auch mal Zeit für eine Kur, quasi zum Abschied aus dem Berufsleben", zitiert die Zeitung den GDL-Vorsitzenden. Der 64-Jährige will im Frühjahr 2008 seinen Posten als Gewerkschaftschef räumen. Laut GDL verschob Schell die Kur wegen des Tarifstreits bereits drei Mal.