Keine "Verlagerungspolitik"Airbus-Investor bekennt sich
Gute Nachrichten für die Airbus-Mitarbeiter in Varel und Nordenham sowie das Augsburger EADS-Werk. Der potenzielle Käufer OHB will die Produktion, trotz des schwachen Dollar-Kurses, in Deutschland halten. Morgen starten die Gespräche über den Verkauf der Werke und die künftigen Lieferbeziehungen zu Airbus. Bei OHB erhofft man sich einen "signifikanten Anteil" an der Produktion des neuen Airbus A 350 XWB.
Der Bremer Technologiekonzern OHB will die zwei deutschen Airbus-Werke und das EADS-Werk in Augsburg nach der Übernahme zu einem neuen Zulieferkonzern verbinden. "Wir werden die industrielle Führung übernehmen und Airbus wird für eine bestimmte Zeit einen Minderheitsanteil halten", sagte OHB-Chef Marco Fuchs dem "Handelsblatt". Noch in dieser Woche werden Airbus und OHB mit Gesprächen über die Zukunft der Werke in Augsburg sowie den niedersächsischen Orten Varel und Nordenham beginnen.
Fuchs will trotz des schwachen Dollar die Produktion in Deutschland halten. "Für eine Verlagerungspolitik sind wir der falsche Partner. Wir bleiben mit der Arbeit in Deutschland", betont Fuchs.
Kernpunkt der Gespräche zwischen Airbus und OHB werden die künftigen Lieferbeziehungen sein. Fuchs rechnet mit einem "signifikanten Anteil" an dem neuen Airbus-Langstreckenflugzeug A 350 XWB, das ab 2013 fliegen soll. Zu dem noch zu verhandelnden Kaufpreis kämen dann noch Investitionen für die Ausrichtung auf die neue Kohlefaserproduktion. Die Investitionssumme wird auf 200 bis 300 Millionen Euro geschätzt. "Die Finanzierung ist eine Herausforderung. Möglicherweise kommt ein Finanzinvestor hinzu. Über staatliche Bürgschaften haben wir noch keine Gespräche geführt", sagt Fuchs.