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Mehr als 100 Mio. DepotsAktienrausch in China

29.05.2007, 14:18 Uhr

Nach dem Wirtschaftswunder kommt jetzt das Börsenfieber: Die ungebremste Begeisterung für den Aktienmarkt hat die Zahl der Aktiendepots in China erstmals über die 100-Mio.-Marke getrieben. Allein in der vergangenen Woche wurden täglich mehr als 350.000 Depots eröffnet, berichtet die China Securities Depository and Clearing Corporation. Die Verlockung des schnellen Geldes sei ausschlaggebend für den Aktienrausch, meinen Analysten.

Nach dem Wirtschaftswunder kommt jetzt das Börsenfieber: Die ungebremste Begeisterung für den Aktienmarkt hat die Zahl der Aktiendepots in China erstmals über die 100-Mio.-Marke getrieben. Allein in der vergangenen Woche wurden täglich mehr als 350.000 Depots eröffnet, berichtet die China Securities Depository and Clearing Corporation. Die Verlockung des schnellen Geldes sei ausschlaggebend für den Aktienrausch, meinen Analysten.

Der Leitindex in Schanghai schloss am Dienstag erneut auf einem Rekordhoch von über 4.300 Punkten und liegt damit gut 60 Prozent höher als zu Jahresbeginn. Anleger am chinesischen Aktienmarkt dürfen bis zu sechs Depots gleichzeitig führen. Beobachter sehen ein hohes Potenzial für weiteres Wachstum, da Schätzungen zufolge bislang lediglich 50 Mio. Chinesen Aktien halten, das entspricht weniger als vier Prozent der Gesamtbevölkerung.

Boom mit oder ohne Börse

Da nicht nur ein geringer Bevölkerungsanteil auf Aktien setzt, sondern die Wertpapiere zudem immer noch einen sehr geringen Anteil am Vermögen der meisten chinesischen Anleger ausmachen, hat die derzeitigen Börseneuphorie kaum eine Wirkung auf die boomende Wirtschaft Chinas. Zudem haben die Privatanleger den rasant wachsenden Wert ihrer Depots bislang kaum dazu genutzt, den Konsum kräftig zu steigern, erläutert Volkswirt Carl Weinberg von High Frequency Economics: "Chinas Wirtschaftswunder ging dem Börsenboom voraus und wird ihn auch überleben." Mit anderen Worten: Selbst ein von Finanzmarktlegenden wie Alan Greenspan prognostizierter Börsencrash in China würde die Wirtschaft des Landes kaum bremsen.

Auch der Bankensektor des Landes dürfte den Experten zufolge glimpflich davonkommen, falls eine Aktienblase platzt. Eigentlich dürfen die Banken des Landes ihren Privatkunden keine Kredite für Aktienkäufe geben. Obwohl dies in der Praxis oft geschieht, dürften sich die Kreditausfälle im Rahmen halten. Allerdings warnt der China-Experte Qing Wang von Morgan Stanley vor sozialen Unruhen, da enttäuschte Privatanleger die Regierung für ihre Verluste verantwortlich machen könnten.