Boni-Stopp für Manager?Banken fürchten Auflagen
Das US-Finanzministerium will offenbar die Auflagen für Banken, die Finanzhilfen vom Staat in Anspruch nehmen, verschärfen. Manager in den betroffenen Häuser müssen sich auf strenge Vorgaben einstellen.
Das US-Finanzministerium plant strenge Auflagen für Banken, die Finanzhilfen vom Staat in Anspruch nehmen. Betroffene Institute müssen unter anderem die Bezahlung von Führungskräften einschränken und dürfen keine Konkurrenten kaufen, meldete die Nachrichtenagentur Reuters. Wie aus einem Dokument der Regierung hervorgehe, solle auch die Auszahlung von Dividenden und der Rückkauf von Aktien eingeschränkt werden. Zudem solle das CAP-Programm, aus dem Banken mit Kapitalbedarf Mittel erhalten können, bis 8. Juni verlängert werden.
Der sogenannte Stress-Test hat gezeigt, dass zehn der größten 19 US-Banken ihre Kapitaldecke aufstocken müssen. Viele Institute haben in der Vergangenheit die Auflagen beim Erhalt von Staatshilfen als zu streng kritisiert.
Die Vorgaben der Regierung gelten als ein Grund dafür, dass Banken wie Goldman Sachs und Morgan Stanley erhaltene Staatshilfen baldmöglichst zurückbezahlen wollen. Die US-Regierung will mit den Auflagen verhindern, dass mit Steuergeldern gestützte Firmen weiterhin Millionen-Boni an ihre Manager auszahlen können. Entsprechende Zahlungen bei dem US-Versicherungsrisen AIG hatten landesweit für erhebliche Empörung gesorgt.
Mit dem Markt Schritt halten
Auch in Deutschland arbeiten die zuständigen Stellen an einer wirksameren Aufsicht über die Finanzbranche. Die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat sich nun eine Bankenaufsicht auf Augenhöhe mit den Akteuren zum Ziel gesetzt.
In der Vergangenheit habe die staatliche Kontrolle nicht mit den Entwicklungen auf den Finanzmärkten Schritt gehalten, erklärte der Leiter der BaFin- Abteilung für Grundsatzfragen, Peter Lutz, bei einer Fachtagung am Verwaltungsgericht Frankfurt. Die Kontrolle sei auch häufig als innovationshemmend empfunden worden, Lobby-Verbände hätten angestrebte Regelungen "weichgespült".
Künftig komme es vor allem darauf an, aufsichtsfreie Zonen zu verhindern, sagte Lutz. Die weltweite Finanzkrise sei von den Akteuren in dem Gefühl verursacht worden, mit immer ausgefeilteren Risikomodellen alles im Griff behalten zu können. Bei gleichzeitig übersteigerten Renditeerwartungen sei das Gefühl für die wahren Grenzen verloren gegangen.