Joint Venture in RusslandE.on will ins Stromgeschäft
Der Energiekonzern E.on treibt seine angekündigte Expansion in Russland durch die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens voran.
Der Energiekonzern E.on treibt seine angekündigte Expansion in Russland durch die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens voran. Der Konzern habe mit dem russischen Energieunternehmen STS die Gesellschaft E.on-STS Energia in Westsibirien gegründet, teilte der deutsche Versorger mit. Beide Partner beteiligten sich zu je 50 Prozent daran. STS wolle auch eigene Kraftwerkskapazitäten einbringen. Zum Ausbau der Marktpräsenz in der Region wolle sich E.on-STS Energia an der Privatisierung der Erzeugungsgesellschaft TGK-10 beteiligen und dort eine Mehrheit übernehmen.
Der neue E.on-Partner hat den Angaben zufolge mehrere Beteiligungen in der Stromerzeugung und -verteilung. STS versorge in Westsibirien 1,1 Mio. Strom- und Gaskunden. Vor dem Erwerb der Mehrheit an TGK-10 solle ein Teil der Erzeugungskapazitäten von STS in das Unternehmen eingebracht werden. Mittelfristig wolle TGK-10 rund 1000 Megawatt an neuen Kraftwerkskapazitäten errichten. Eine Investitionssumme für die Projekte nannte E.on nicht.
E.on: streben starke Position in russischen Regionen an
E.on will sich seit längerem am stark wachsenden russischen Strommarkt beteiligen und hat dafür bereits seit dem vergangenen Jahr eine Projektgruppe vor Ort, die die Möglichkeiten vor Ort auslotet. In Russland sollen demnächst Teile russischer Stromunternehmen versteigert werden.
Nachdem die Übernahme des spanischen Versorgers Endesa Anfang April gescheitert war, hatte E.on mehrfach auf alternative Pläne in Russland verwiesen. "Langfristiges Ziel von E.on ist, eine starke Position in den wachstumsintensiven Industrieregionen Ural, Westsibirien, Wolga und Zentralrussland aufzubauen", hieß es nun.
E.on betritt mit dem Einstieg in die Stromproduktion in Russland ein neues Geschäftsfeld. Im Gasgeschäft ist der Konzern seit Jahrzehnten mit dem Land verbunden. Die Tochter Ruhrgas bezieht seit Anfang der siebziger Jahre Erdgas aus Russland und hat sich über Langfristverträge Lieferungen bis 2030 gesichert. Ruhrgas ist zudem mit 6,4 Prozent am russischen Gasmonopolisten Gazprom beteiligt.