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200 Dollar pro Barrel?Experte rät zur Abkehr

07.05.2008, 18:33 Uhr

Der Ölpreis könnte nach Meinung von Experten in den nächsten Jahren weiter steigen. Die Investmentbank Goldman Sachs prognostiziert in einer neuen Studie einen Anstieg des Ölpreises in den kommenden zwei Jahren auf 150 bis 200 Dollar. Auch das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hält einen Ölpreis von 200 Dollar für möglich.

Der rasant steigende Ölpreis könnte nach Einschätzung von Experten schon in wenigen Jahren die Schwelle von 200 US-Dollar erreichen. Für ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl wurden am Dienstagabend in der Spitze bereits erstmals fast 123 Dollar bezahlt. Am Mittwoch kostete Öl im Handel der New Yorker Rohstoffbörse wieder etwas weniger und notierte zeitweise bei 121,75 Dollar je Fass. Wegen der Rekordmarken beim Ölpreis und der bevorstehenden Pfingstferien rechnet der ADAC in den kommenden Tagen mit steigenden Spritpreisen in Deutschland.

Der US-Rohstoffexperte Matthew Simmons hält einen Preis von 200 Dollar für möglich. "Nach allen Informationen, die zur Verfügung stehen, ist der Höhepunkt der Ölförderung, also der so genannte Peak Oil, bereits 2005 erreicht worden", sagte Simmons der "Süddeutschen Zeitung". Der Rohstoff werde daher knapp bleiben und der Preis auf 200 Dollar je Fass steigen. Eine Studie der Investmentbank Goldman Sachs prognostiziert ebenfalls einen Anstieg des Ölpreises in den kommenden zwei Jahren auf 150 bis 200 Dollar.

Auch das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hält einen Ölpreis von 200 Dollar für möglich. "Dies aber nicht so schnell", sagte DIW-Expertin Claudia Kemfert. Der Preis werde steigen, wenn Öl knapper werde.

Simmons empfiehlt den Industrienationen eine dringende Abkehr vom Öl und den Ausbau von alternativen Konzepten. "Wenn wir es schaffen, den Verbrauch um ein Drittel zurückzuschrauben, könnten wir uns damit ein bis zu 50 Jahre längeres Ölzeitalter erkaufen."

Spekulationen am Markt

Als Gründe für die jüngste Preisjagd beim Ölpreis sieht DIW-Expertin Kemfert vor allem die hohe Nachfrage aus Asien. Zudem würden Meldungen über Förderausfälle in Nigeria und der schwache Dollar die Rally anheizen. Einen Versorgungsengpass sieht sie nicht: "Im Moment ist genug Öl am Markt." Eine Preisprognose wagte Kemfert nicht: "Derzeit ist nichts ausgeschlossen, weder nach oben noch nach unten."

Die Autofahrer in Deutschland müssen sich aus ihrer Sicht allerdings langfristig auf hohe Spritpreise einstellen. Diesel und Benzin würden eher teuer bleiben. Am Dienstag hat der Liter Superbenzin laut ADAC im Schnitt 1,451 Euro und damit 0,4 Cent weniger als in der Vorwoche gekostet. Der Preis für den Liter Diesel sei dagegen um 0,8 Cent gestiegen und lag im Schnitt bei 1,390 Euro.

Naheliegende Tipps

Es sei zu befürchten, dass die Preise in den kommenden Tagen in den Sog weiterer Verteuerung gerieten, erklärte der ADAC am Mittwoch in München. Er rät Autofahrern, noch vor dem Pfingstwochenende zu tanken und die Preise an den Zapfsäulen zu vergleichen. Zudem sollten Pfingsturlauber sich informieren, ob Tanken im Ausland günstiger sei, erklärte ein ADAC-Sprecher. So sei Kraftstoff in Ländern wie Österreich, Polen und Tschechien in der Regel günstiger als in Deutschland. Zudem rät der Verkehrsclub, nicht direkt an der Autobahn gelegene Tankstellen anzusteuern, da diese stets etwas teurer seien.