Samstag, 03. Januar 2009
Daimler hat kein Interesse: Ford wird Volvo nicht los
Der angeschlagene US-Autohersteller Ford hat große Probleme, einen Käufer für seine schwedische Tochter Volvo zu finden. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".
Nachdem sich der Konzern Mitte des vergangenen Jahres bereits eine Absage von BMW eingehandelt habe, sei er nun auch bei Daimler abgeblitzt, so der "Spiegel". Daimler-Chef Dieter Zetsche habe eine Übernahme in den vergangenen Wochen prüfen lassen und eine Menge drohender Nachteile erkannt, etwa hohe Kosten für die Umstellung der Volvo-Modelle auf die Mercedes-Technik. Den hohen Kosten stünden aber nur geringe Einsparungen durch den gemeinsamen Einkauf von Teilen für Volvo und Mercedes gegenüber.
Daimler reagierte umgehend auf den Bericht. Unternehmenssprecher Jörg Howe bestritt jegliches Interesse des Stuttgarter Konzerns an einer Volvo-Übernahme. "Wir dementieren das klar."
Hoffen auf die Chinesen
Nach der Absage aus Stuttgart kann Ford wohl nur noch hoffen, dass ein chinesischer Autohersteller wie Changan die Schweden-Tochter übernimmt. Allein sei Volvo mit rund 400.000 verkauften Fahrzeugen im Jahr kaum überlebensfähig.
Der wie seine Konkurrenten General Motors und Chrysler unter dem Einbruch der Verkaufszahlen leidende Ford-Konzern hatte die schwedische Oberklasse-Marke zum Verkauf gestellt. Der Chef der Nummer zwei in den USA, Alan Mulally, hatte auf großes Interesse an Volvo gehofft. "Auch wenn die Zeiten hart sind, glaube ich, dass viele Leute diese Marke gerne haben würden", sagte er Mitte Dezember.
Ford erhofft sich wohl sechs Mrd. Dollar für Volvo. Die schwedische Regierung hat angekündigt, Volvo und die GM-Tochter Saab mit umgerechnet mehr als zwei Mrd. Euro an Krediten zu stützen, eine Verstaatlichung aber abgelehnt.
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