Einigung mit GewerkschaftGM fährt in die Binsen
Der US-Autokonzern hat im dritten Quartal wieder einen Milliardenverlust verbucht. Ein kleines Trostpflaster angesichts der Zahlen ist die Einigung mit der Gewerkschaft UAW auf eine vorläufige Vereinbarung zur Senkung der Gesundheits- und Pensionslasten.
Der US-Autokonzern General Motors (GM) hat im dritten Quartal einschließlich Einmaleffekten einen gewaltigen Verlust von 1,6 Mrd. US-Dollar (1,33 Mrd. Euro) verbucht. Von dem Betrag gingen gut 800 Mio. US-Dollar auf Wertberichtigungen und 56 Mio. US-Dollar auf Aufwendungen für die Restrukturierung des Europa-Geschäfts zurück. Das teilte der weltgrößte Autohersteller am Montag in Detroit mit.
Vor Sonderposten und einer Anpassung der Steuerquote lag das Nettoergebnis nach GM-Angaben bei minus 1,92 US-Dollar je Aktie im Vergleich zu einem Gewinn von 0,56 US-Dollar je Anteilsschein im Vorjahr. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Ergebnis je Aktie von minus 0,87 US-Dollar gerechnet. Nach Sonderposten lag der Verlust je Aktie bei 2,89 US-Dollar.
Der Umsatz kletterte im Berichtszeitraum um fünf Prozent auf 47,2 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten einen Umsatz von 34,67 Mrd. US-Dollar.
Hintergrund der schlechten Zahlen sind die anhaltenden Probleme auf dem US-Markt. Im Vorjahreszeitraum hatte GM noch einen Gewinn von 0,56 US-Dollar je Aktie ausgewiesen. Neben dem schwachen US-Geschäft verwies GM bei Vorlage der Quartalszahlen vor allem auf ihre hohen Arbeitskosten und die anhaltende Konkurrenz ausländischer Automobilkonzerne auf dem Heimatmarkt USA.
Einigung mit Gewerkschaft
Ein kleines Trostpflaster angesichts des Milliardenverlusts ist die Einigung von GM mit der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) auf eine vorläufige Vereinbarung zur Senkung ihrer Gesundheits- und Pensionslasten. Der US-Automobilkonzern bestätigte am Montagnachmittag einen entsprechenden Bericht des US-Fernsehsenders CNBC.
In der GM-Mitteilung heißt es, der Vertrag müsse noch im Wortlaut ausgearbeitet und von der Gewerkschaft gebilligt werden. Nach der vorläufigen Vereinbarung sinken die Verbindlichkeiten von GM gegenüber den pensionierten Mitarbeitern um 15 Mrd. US-Dollar oder um ein Viertel der auf den Stundenlohn entfallenden Sozialkosten. Die jährlichen Gesundheitskosten des Konzerns werden dadurch auf Vorsteuerbasis um rund drei Mrd. US-Dollar sinken, wie aus der Mitteilung ferner hervorgeht. Die in bar anfallende Entlastung bezifferte GM auf rund eine Mrd. US-Dollar im Jahr.
Jobabbau im großen Stil
Konzernchef Rick Wagoner will darüber hinaus mindestens 25.000 Stellen in seinen Werken streichen. Der Plan soll demnächst mit den betroffenen Gewerkschaften erörtert werden. Details zu Werken nannte Wagoner am Montag nicht. General Motors (GM) will durch den massiven Stellenabbau Überkapazitäten abbauen und die Kosten senken. Ziel ist den Angaben zufolge eine Vollauslastung der Werke zum Jahr 2008.