Produktion weiter gedrosseltGM trennt sich von Jets
Nach heftiger Kritik am luxuriösen Reisestil des GM-Chefs Rick Wagoner verkleinert der finanziell angeschlagene Autobauer seine Firmenjet-Flotte. Wagoner war im US-Kongress angegriffen worden, weil er mit einem Firmenflugzeug zu den Anhörungen über die von der Autobranche geforderten Milliarden-Hilfen angereist war. GM will auch seine Produktion noch weiter zurückfahren.
Nach heftiger Kritik im US-Kongress am luxuriösen Reise-Stil des GM-Chefs Rick Wagoner verkleinert der finanziell schwer angeschlagene Autobauer seine Firmenjet-Flotte. Wagoner war in dieser Woche von Politikern scharf angegangen worden, weil er mit einem Privatjet zu den Kongress-Anhörungen über die von den US-Autoherstellern geforderten Milliarden-Hilfen gekommen war.
Zudem hatte er sich dort nicht dazu durchringen können, im Gegenzug für Staatshilfen Einschnitte bei seiner eigenen Entlohnung zu akzeptieren. Wagoners Verhalten war auch bei einigen ihm eigentlich wohlgesonnen Politikern schlecht angekommen.
Wie reist Wagoner jetzt?
GM erklärte am Freitag, zwei der vom Unternehmen geleasten Jets würden nun an die Leasingfirma zurückgegeben. Die Entscheidung habe aber nichts mit der aktuellen Kritik zu tun, sondern sei bereits zuvor getroffen worden, sagte ein GM-Sprecher. Hintergrund sei, dass "ein wirklich aggressiver Einschnitt bei den Reisekosten" nötig sei. Es sei noch unklar, wie Wagoner reisen würde, falls er nochmals zu politischen Gesprächen nach Washington kommen sollte, sagte der Sprecher.
Neben Wagoner waren auch die Chefs der Autobauer Ford und Chrysler, Alan Mulally und Robert Nardelli, dafür kritisiert worden, dass sie mit Privatjets angereist waren. Firmenunterlagen zufolge sind Wagoner und Mulally von ihren Unternehmen aber aus Sicherheitsgründen dazu verpflichtet worden, mit Privatjets zu fliegen.
Produktion nochmals gedrosselt
Wie GM am Freitagabend bestätigte, wird die Produktion weiter zurückgefahren. So sollen unter anderem in vier US-Werken die Weihnachtsferien um nochmals eine Woche ausgedehnt werden. Eine weitere Fabrik werde nun zudem noch früher ganz geschlossen als bisher geplant.
GM leidet massiv unter der Talfahrt am US-Automarkt und hat die Fertigung bereits deutlich eingeschränkt. Im Oktober war der GM-Absatz um 45 Prozent eingebrochen, im Gesamtjahr damit bisher um 20 Prozent. Der Konzern kämpft mit Milliardenverlusten und steht nach eigenen Angaben ohne rasche neue Staatskredite vor der Pleite.