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Höhere Tamiflu-ProduktionH1N1 alarmiert Roche

27.04.2009, 13:03 Uhr

Roche prüft angesichts des Ausbruchs der Schweinegrippe eine Produktionsausweitung seines Grippemedikaments Tamiflu. Die Herstellung des Mittels benötige allerdings rund acht Monate, sagte eine Sprecherin. Das Unternehmen verfügt über Tamiflu-Vorräte, um den Bedarf für die saisonale Grippe zu decken. Neben Tamiflu wirkt auch das Medikament Relenza von GlaxoSmithKline gegen die Krankheit.

Der Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern Roche prüft angesichts des Ausbruchs der Schweinegrippe eine Produktionsausweitung seines Grippemedikaments Tamiflu. Die Herstellung des Mittels benötige allerdings rund acht Monate, sagte eine Sprecherin des Basler Konzerns. "Wir sind dabei, unsere Aktivitäten wieder aufzunehmen und prüfen alle Prozesse, um zu sehen wie wir die Produktion erhöhen können", sagte die Sprecherin. "Wir haben aber immer betont, dass das nicht über Nacht geschehen kann und es deshalb so wichtig ist, dass Staaten vor dem Ausbruch einer Pandemie vorbereitet sind."

Das ursprünglich von der US-Biotechnologiefirma Gilead Sciences entwickelte Medikament hatte vor einigen Jahren im Zusammenhang mit Vogelgrippe Bekanntheit erlangt. Weltweit hatten sich Regierungen und Unternehmen mit Tamiflu eingedeckt, um für den Fall eines globalen Ausbruchs der Krankheit gerüstet zu sein. Für eine wirkliche Pandemie dürften die Vorräte aber trotzdem nicht reichen.

Roche selbst verfüge über gewisse Tamiflu-Vorräte, um den Bedarf für die saisonale Grippe zu decken, sagte die Sprecherin. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe auf den von Roche im Jahr 2005 gestifteten Tamiflu-Notfallvorrat für drei Millionen Behandlungen noch nicht zugegriffen. Zusätzlich stünden der WHO im Bedarfsfall weitere zwei Millionen Packungen mit dem Medikament zur Verfügung, die von den Baslern für Länder bereitgestellt wurden, die nicht gut vorbereitet seien.

Weltweit wächst die Sorge die Schweinegrippe könne sich zu einer globalen Epidemie ausweiten. Die WHO hat die Krankheit als "Gefahr für die öffentliche Gesundheit von internationalem Ausmaß" eingestuft. In Mexiko starben bislang 103 Menschen an der Krankheit. Krankheitsfälle gab es auch in den USA und Kanada, in Europa tauchte in Spanien am Montagmittag ein erster Fall auf.

Neben Tamiflu wirkt auch das Medikament Relenza von GlaxoSmithKline gegen die Krankheit. Tamiflu könnte bei einer Pandemie aber eine größere Bedeutung zukommen, weil es als Tablette angeboten wird. Relenza muss inhaliert werden.