Donnerstag, 26. Juni 2008
Deutsche Investoren: Irak wirbt und lockt
Die irakische Regierung möchte deutsche Investitionen ins Land locken. Iraks Industrieminister Fauzi Al-Hariri sagte auf einem deutsch-arabischen Wirtschaftsforum in Berlin, die Lage in seiner Heimat habe sich inzwischen entspannt. Das werde sich positiv auf die Wirtschaft auswirken. Der Irak hoffe nun auf bedeutende Investitionen, auch aus dem Ausland: "Die Türen stehen ihnen dafür offen." Wirtschaftsminister Michael Glos und Vertreter mehrerer arabischer Länder bekundeten den Willen, die Wirtschaftsbeziehungen weiter auszubauen.
"Wir versuchen, ein neues Kapitel der deutsch-irakischen Wirtschaftsbeziehungen aufzuschlagen", sagte Al-Hariri. Erstmals seit fast 20 Jahren nehme der Irak wieder an einer deutsch-arabischen Konferenz wieder teil. Er begrüßte, dass Deutschland versuche, im Irak wieder wirtschaftlich Fuß zu fassen. Das Land orientiere sich an einer offenen Marktwirtschaft und wolle den Privatsektor zum Motor der Entwicklung zu machen.
Glos verwies darauf, dass der deutsch-arabische Handel 2007 eine Steigerung von drei Prozent auf über 34 Mrd. Euro erlebt habe. "Aber Gutes kann noch besser werden", ergänzte er. Allerdings stehe einem kräftigen Anstieg der deutschen Exporte - sie wuchsen im vergangenen Jahr um knapp zehn Prozent auf über 23 Mrd. Euro - ein Minus bei den Importen gegenüber. "Wir sehen die Reduzierung des Handelsdefizits als eine partnerschaftliche Aufgabe an", sagte der CSU-Politiker.
Glos warb seinerseits um Investitionen von den arabischen Ländern - zumeist Ölförderländer - in Deutschland: "Wir freuen uns über Investitionen aus anderen Ländern." Er wies die These zurück, Deutschland wolle sich gegen ausländische Investoren stärker abschotten. "Das wollen wir nicht. Uns sind Staatsfonds genauso willkommen als Investoren wie private Firmen."
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